Dieser Wiesbadener ist als Händler bei Bares für Rares dabei

Die ZDF-Sendung „Bares für Rares“ ist seit Jahren ein Renner bei allen Antiquitätenfans. Seit Kurzem ist mit David Suppes auch ein Händler aus Wiesbaden mit dabei. Bei Merkurist erzählt der 30-Jährige, wie es dazu kam.

Dieser Wiesbadener ist als Händler bei Bares für Rares dabei

Seit Anfang 2019 ist der Wiesbadener David Suppes fester Bestandteil der Händlergruppe bei „Bares für Rares.“ Wenn er nicht für die Sendung in Köln vor der Kamera steht, betreut er mit seinem Vater zwei Antiquitätengeschäfte in Biebrich und Bierstadt.

Herr Suppes, wie kam es, dass Sie als Händler bei „Bares für Rares“ auftreten?

Dazu haben verschiedene Faktoren geführt. Zum einen sicherlich die Nähe meiner Heimatstadt Wiesbaden zum ZDF, denn einige unserer Stammkunden arbeiten dort und kennen uns bereits seit vielen Jahren. Zum anderen hat ein Expertenbeitrag bei der „Drehscheibe“ Anfang 2018, für den ich angefragt wurde, sicherlich auch dazu beigetragen. Letztendlich war es aber natürlich auch großes Glück, dass das alles so geklappt hat und ich heute in der Sendung bin.

Welche Erfahrungen bringen Sie in die Sendung mit?

Mein Vater hat mir die Kunst- und Antiquitätenwelt quasi in die Wiege gelegt. Ich durfte schon als Kind mit über 100 Jahre altem Holz- und Messingspielzeug spielen, das prägt natürlich. Darüber hinaus beschäftige ich mich seit meiner Kindheit mit Geschichte und dem Altertum. Da kommt über die Jahre schon einiges an Wissen zusammen. Den “Feinschliff” haben mir aber die letzten 10 Jahre gegeben, also die Jahre, in denen ich gemeinsam mit meinem Vater die Antiquitätenläden betreibe. In der Zeit bin ich zu einer Art Allrounder herangewachsen. Man lernt aber auch jeden Tag noch etwas Neues, was sicherlich einer der faszinierendsten Aspekte an dem Beruf ist. Mein persönliches Lieblingsgebiet sind aktuell chinesische Antiquitäten.

„Wiesbaden ist eine ganz besondere Stadt, nicht nur für Antiquitätenhändler, sondern für die ganze Kunst- und Kulturwelt.“

Wie schätzen Sie als Antiquitätenhändler die Wiesbadener Kundschaft ein?

Wiesbaden ist eine ganz besondere Stadt, nicht nur für Antiquitätenhändler, sondern für die ganze Kunst- und Kulturwelt. Wir haben eine einzigartige, von Kriegen weitestgehend unbeschadete Architektur im Stil des Historismus. Ab Ende Juni kommt eine großartige Jugendstil-Ausstellung ins Museum Wiesbaden. Nächsten Samstag (8.6.) findet im Nassauer Hof eine der weltweit bedeutendsten Briefmarken-Auktionen der letzten Jahrzehnte statt. Ich finde, dass die Wiesbadener ein besonderes Kulturbewusstsein haben, durch das was die Stadt selbst ihnen bietet. Das spiegelt sich auch bei unserer Kundschaft wider.

Was passiert nach einer Sendung, glühen bei Ihnen die Telefondrähte mit Anfragen von Kunden?

Bis die fertigen Folgen im Fernsehen laufen, vergehen ja ein paar Wochen. Dadurch kommt es immer wieder zu witzigen Situationen, wenn Kunden ein Produkt im Laden sehen und erst viel später erfahren, dass es in der Sendung war. Die Sachen werden deswegen auch so lange nicht verkauft, bis die Sendung ausgestrahlt wird. Es kommen natürlich viele Anfragen zu den Artikeln aus der Sendung. Die Menschen wissen dadurch ja schon viel über die Objekte und haben durch die Sendung schon eine gewisse Bindung entwickelt.

Wie entscheiden Sie, ob Sie bei einem Produkt mitbieten?

Da spielen auch eine Menge Emotionen eine Rolle. Nicht nur der Verstand entscheidet – auch wenn ich als Händler natürlich auch immer gewisse wirtschaftliche Interessen verfolge. Ein Objekt muss mich vor allem emotional packen. Ich frage mich dann, „Wie ist das Objekt verarbeitet? Was kann man daraus machen und wozu passt es?“ und natürlich: „Habe ich für das Objekt einen möglichen Käufer?”.

Wie hat sich ihr Alltag verändert, seit Sie bei „Bares für Rares“ auftreten?

Zum einen bin ich natürlich für die Drehs viel öfter aus Wiesbaden weg als mir lieb ist. Aber auch im Laden merke ich einen Unterschied. Kunden sprechen mich auf die Sendung an und fragen mich über die Dreharbeiten und die Arbeit hinter der Kamera aus. Das macht mir großen Spaß, auch wenn ich noch nicht so oft im Fernsehen zu sehen war. Auch kommen viele zu mir in den Laden, um sich ein Autogramm zu holen. Das finde ich schon sehr lustig, aber natürlich schmeichelt es mir auch. Ich bin ja kein Prominenter, sondern einfach nur ein weiterer Händler, der vor der Kamera handelt.

Wie ist es, als junger Händler in so eine etablierte Sendung zu kommen? Hält man sich da am Anfang eher zurück?

Ach, mein Alter sehe ich eigentlich nicht als Problem an. Ich bin nach Fabi (Fabian Kahl) ja auch nur der Zweitjüngste am Händlertisch und ich denke, die Zuschauer freuen sich auch, hin und wieder jüngere Gesichter zu sehen. Natürlich gibt es ein paar Platzhirsche in der Sendung, die viel länger als ich dabei sind. Sich da durchzusetzen, ist nicht einfach und man würde vielleicht erwarten, dass ein Neuer sich erstmal zurückhält. So leicht wollte ich es aber meinen Händlerkollegen nicht machen, und so ist es dann auch schnell zu regelrechten Bietergefechten gekommen. Ich denke da etwa an eine alte Industrielampe, bei der ich gegen Waldi (Walter Lehnertz) geboten hatte. Die Expertise lag bei 150 Euro. Da wir sie beide aber unbedingt haben wollten ging es bis 450 Euro, wo ich mich Waldi dann jedoch geschlagen geben musste.

„Vielen Schätzen sieht man den Wert auf den ersten Blick nicht an.“

„Bares für Rares“ ist seit Jahren erfolgreich. Welchen Einfluss hat die Sendung auf Antiquitäten in Deutschland?

Ich glaube, dass sich durch die Sendung einiges verändert hat. So ist vielen Menschen erst bewusst geworden, dass vieles zuhause auf dem Kamin, in der Vitrine oder im Keller vielleicht doch nicht so wertlos ist, wie sie gedacht haben. Dadurch entwickelt sich ein neues Bewusstsein, anders auf die Dinge zu schauen und die eigene Meinung zu hinterfragen. Auch schon vor meinen Auftritten in der Sendung hatten wir in unseren Läden gemerkt, dass mehr Menschen kommen und auch interessantere Stücke vorbei bringen, als früher. Denn vielen Schätzen sieht man den Wert auf den ersten Blick nicht an. (js)

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