Aus der Wellritzstraße auf den Rap-Thron?

Der Wiesbadener Rapper Eno 183 hat mit „Wer macht Para?“ einen Hit auf YouTube gelandet: Fast drei Millionen Klicks in nur einem Monat. Wie es dazu kam und was darauf nun folgen soll, hat er uns verraten.

Aus der Wellritzstraße auf den Rap-Thron?

Ensar ist 19 Jahre alt, studiert Bauingenieurwesen und kommt aus Wiesbaden. Seit einiger Zeit kennt man ihn unter dem Namen Eno 183. Das ist sein Künstlername, eine Kombination aus seinem Spitznamen und der Endung seiner Postleitzahl - 65183. Vor einem Monat hat er das Video zu „Wer macht Para?“ mit „Dardan“ auf YouTube veröffentlicht. Der Song wurde bis heute fast drei Millionen Mal aufgerufen, über 35.000 Zuschauer gaben dem Track einen Daumen nach oben.

In dem Video bedient der Wiesbadener, der mit vier Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, gekonnt die gängigen Rap-Klischees. Er protzt mit dicken Autos, Geldscheinen und seiner Crew. In „Wer macht Para?“ geht es vor allem um Para - also Geld. Eno rappt, wie es sich für das Genre gehört, über Geld, sein Leben und darüber, dass er der Größte ist.

„Den Song hab ich von Anfang an selbst sehr gefeiert“, sagt Eno. „Aber dass die Klicks so hochgehen, hätte ich mir nicht gedacht.“

„Jetzt liegt es in meinen Händen, es zu meinem Beruf zu machen“ - Eno

Dabei hat er erst vor Kurzem damit angefangen, Musik zu machen. „Freunde haben mich immer wieder darauf angesprochen, etwas aufzunehmen“, sagt Eno. Das war vor einem knappen Jahr. Doch was folgt auf den Erfolg im Netz? „Rap war Hobby, aber jetzt liegt es in meinen Händen, es zu meinem Beruf zu machen. Warum nicht?“

Was bringt die Zukunft?

Angefangen habe er aus Spaß an der Musik, sagt Eno. Wenn er damit nun Geld verdienen könnte - „Jackpot!“ Dem Unterzeichnen bei einem Label wäre er nicht abgeneigt, auch wenn er dafür sein Studium unterbrechen müsste. Ein Album oder ein Mixtape will Eno auf jeden Fall veröffentlichen. Auf welchem Weg steht noch nicht fest. Daran gearbeitet wird aber schon jetzt, Eno ruht sich nicht aus auf seinem Erfolg. „Ich habe vor, ein Semester Pause zu machen, damit ich meine ganze Kraft und Zeit in das nächste Projekt stecken kann“, sagt der Rapper.

„Jackpot!“ - Eno

Dafür arbeitet der Wiesbadener auch an seinen Texten. „Bis jetzt waren mir Texte nicht so wichtig“, verrät er. In Zukunft will er mehr Wert darauf legen, um sich textlich noch einmal zu verbessern. Inspiration dafür findet er unter anderem in der Wellritzstraße. Sie ist bekannt für das Nebeneinander verschiedener Kulturen. „Da gibt es jeden Tag was Neues zu sehen und hören“, findet Eno.

Eno freut sich über die positive Resonanz, die er für seine Tracks bekommt. „Auch von Leuten, die mich bis jetzt nicht gefeiert haben, meine Entwicklung aber trotzdem mitverfolgen und mittlerweile meine Musik hören.“ Kritik weiß er einzuordnen. Ist sie konstruktiv, nimmt er sie durchaus an. „Aber Hater mit Fakeaccounts, die beleidigen, kann ich eh nicht ernstnehmen.“

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