Vorbild Hanau — Gibt es in Wiesbaden bald günstige Eigentumswohnungen?

In Hanau werden auf einem ehemaligen Militärgelände Eigentumswohnungen mit günstigen Quadratmeterpreisen gebaut. Zwar entstehen auch in Wiesbaden viele neue Wohnungen, ähnliche Preise sind aber eher unwahrscheinlich.

Vorbild Hanau — Gibt es in Wiesbaden bald günstige Eigentumswohnungen?

Wiesbaden wird immer größer — laut Prognosen der Stadt könnte die hessische Landeshauptstadt im Jahr 2026 erstmals die 300.000 Einwohner-Marke knacken. Was auf der einen Seite positiv für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt ist, übt andererseits enormen Druck auf den Immobilienmarkt aus. Schon jetzt sind die Miet- und Kaufpreise in Wiesbaden vergleichsweise hoch und werden wohl noch weiterhin ansteigen.

Die Stadt Hanau hat aktuell mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Um die dortige Wohnungsnot langfristig zu mindern, plant die Stadt auf einem ehemaligen Gelände der US-Armee bis zu 500 Miet- und Eigentumswohnungen zu bauen. Dabei sollen Wohnungen für vergleichsweise günstige 2000 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Merkurist-Leser Michael fragte daher in einem Snip, ob ähnliche Projekte auch in Wiesbaden geplant seien:

Tatsächlich plant die Stadt Wiesbaden, auf dem ehemaligen Militärgelände in Kastel Wohnungen zu bauen. Ein „verdichtetes urbanes Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen, Quartierszentrum und neuem Standort für Bildung und Sport“ soll dort entstehen. Gebaut werden etwa 80 Wohnungen von Größen zwischen 40 und 105 Quadratmetern. Ab 2023 könnten die ersten Wohnungen fertig sein. Zu genauen Preisen und der Aufteilung von Miet- und Eigentumswohnungen liegen aber noch keine Details vor.

Ob diese oder andere Neubauwohnungen in Wiesbaden auf einem ähnlichen Preisniveau wie die in Hanau landen werden, ist aber eher unwahrscheinlich. Laut dem Immobilienportal „Immowelt“ liegt der durchschnittliche Kaufpreis in der Landeshauptstadt mit 3760 Euro deutlich über den Hanauer Preisen. Hessenweit ist der Wiesbaden in puncto Wohnungskauf hinter Frankfurt (4380 Euro pro Quadratmeter) die zweitteuerste Stadt. Deutschlandweit findet sich die Landeshauptstadt auf Platz 15 der 80 größten Städte wieder.

Das Kaufangebot für Wohnungen liege laut Immowelt zwar im mittleren dreistelligen Bereich, jedoch nicht auf dem Hanauer Preisniveau. Eine Chance für günstige Eigentumswohnungen in Wiesbaden könnte der neue geplante Stadtteil Ostfeld/Kalkofen sein. Auf rund 450 Hektar Fläche zwischen der B455 und der A671 könnte Wohnraum für etwa 8000 bis 12.000 Menschen entstehen. Auch hier steht aber die Aufteilung zwischen Miet- und Eigentumswohnungen noch nicht fest. (ts)

Logo