Spatenstich für 222 neue Wohnungen in Wiesbaden

In Wiesbaden entsteht ein neues Wohnquartier. Dieses soll autofrei sein, nachhaltig mit Wärme versorgt werden und auch eine Kita sowie geförderten Wohnraum bieten.

Spatenstich für 222 neue Wohnungen in Wiesbaden

Am Donnerstag war der symbolische Spatenstich für 222 neue Wohnungen im Quartier am Bürgerhaus in Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim. Wie die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft angibt, sollen bis Ende 2028 acht Mehrfamilienhäuser in drei Bauabschnitten fertiggestellt sein.

Das Projekt soll dabei helfen, den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt zu entlasten, wie Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) bei dem Termin betonte. „Es werden Wohnungen in unterschiedlichen Größen und für verschiedene Lebenssituationen mit dem Ziel angeboten, dass möglichst viele Menschen ein passendes Zuhause finden“, so Mende. Besonders wichtig sei ihm, dass mindestens 30 Prozent der Wohnungen als geförderter Mietwohnungsbau errichtet werden. Insgesamt sind 67 Sozialwohnungen geplant.

Fokus auf Nachhaltigkeit und bezahlbaren Wohnraum

Laut GWW-Geschäftsführer Thomas Keller wird ein nachhaltiges Quartier für die Zukunft errichtet. „Wir stellen Wohnraum für die breite Bevölkerung zur Verfügung. Besonders freut mich, dass wir großflächig Photovoltaik-Anlagen auf den Flachdächern installieren konnten und somit den Mieterinnen und Mietern günstigen Mieterstrom zur Verfügung stellen können.“ Das gesamte Quartier ist autofrei geplant; Parkplätze, auch mit E-Ladestationen, wird es in einer Hochgarage am Eingang geben. Zudem sind Angebote für Carsharing, E-Lastenräder und Leihfahrräder vorgesehen.

Für die Wärmeversorgung errichtet der Energieversorger ESWE ein sogenanntes Kaltes Nahwärmenetz. Dabei wird mithilfe von 120 Erdwärmesonden Wärme aus dem Erdreich gewonnen. Dezentrale Wärmepumpen in den Gebäuden bringen die Energie dann auf die benötigte Temperatur. „Das Kalte Nahwärmenetz verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit und hohen Komfort. So können wir das Quartier ganzjährig effizient, nachhaltig und fossilfrei mit Wärme und Kühlung versorgen“, erklärt ESWE-Prokurist Ralf Cohrs. Begrünte Dächer sollen zudem Regenwasser zurückhalten, weiteres Regenwasser versickert über Mulden auf dem Grundstück.

Kita, Quartiersplatz und neues Bürgerhaus

Neben den Wohnungen entstehen auch eine vierzügige Kindertagesstätte, ein Co-Working-Büro und ein Quartiersplatz mit Wasserspiel und Sitzgelegenheiten. Auch die GWW-Außenstelle für die Bezirke Amöneburg, Kastel und Kostheim wird in das neue Quartier ziehen. „So wird nicht nur neuer Wohnraum geschaffen, sondern ein Quartier, in dem Wohnen, Betreuung, Bewegung und Begegnung zusammen gedacht werden“, sagt Sozialdezernentin Patricia Becher.

In direkter Nachbarschaft errichtet das Hochbauamt der Stadt zudem ein neues, gemeinsames Bürgerhaus für Kastel und Kostheim. Es ersetzt die bisherigen, nicht mehr zeitgemäßen Bürgerhäuser der beiden Ortsteile. Herzstück des Neubaus ist ein rund 765 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal für bis zu 800 Personen. Außerdem wird es Clubräume und einen Mehrgenerationentreff geben.