Immer mehr Wiesbadener leben alleine

Jede zweite Wohnung ist ein Single-Haushalt

Immer mehr Wiesbadener leben alleine

Immer mehr Wiesbadener leben allein. Das geht aus einer aktuellen Studie des Amtes für Statistik und Stadtentwicklung hervor.

Demnach haben derzeit rund 290.560 Personen ihren Erstwohnsitz in Wiesbaden gemeldet — darunter sind etwas mehr Frauen als Männer. 186.000 von ihnen sind zugezogen und wurden in einer anderen Stadt geboren.

Die Wiesbadener wohnten zum Stichtag 31.Dezember 2018 in insgesamt 147.039 Haushalten. In etwa jedem zweiten (69.948) wohnte ein Wiesbadener allein. Dabei machten zwei Altersgruppen den Großteil der Single-Haushalte aus: Zum einen junge Erwachsene unter 34 Jahren, zum anderen Senioren über 65.

Dabei herrscht in Wiesbaden derzeit ein Mangel an kleinen Wohnungen. Ein- bis Zweizimmerappartements gibt es im ganzen Stadtgebiet nur etwa 22.000. Die Zahl der Wohnungen mit drei bis vier Zimmern ist mehr als viermal so hoch. So wohnen vor allem die Älteren oft in zu großen Wohnungen — etwa weil sie nach dem Auszug der Kinder, oder gar nach dem Tod des Lebenspartners nicht in kleinere Wohnungen umziehen.

Die Wiesbadener Durchschnittswohnung ist nach der neusten Studie 83,8 Quadratmeter groß. Diese Zahl könnte in einigen Jahren sinken. Die Stadt und Wohnungsbaugesellschaften reagieren nämlich auf den Trend der Alleinwohnenden: Von den 811 neuen Apartments, die im vergangenen Jahr entstanden sind, ist die Mehrheit kleiner als 80 Quadratmeter.

Weil aber die Mietpreise pro Quadratmeter seit einigen Jahren für Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern am günstigsten sind, haben sich in Wiesbaden bereits 10.600 Wohngemeinschaften gegründet. Kinder leben in Wiesbaden in etwa 30.000 Haushalten — meistens bei ihren Eltern. (ms)

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