Klein, aber oho: Kommt der Tiny House-Trend auch nach Wiesbaden?

Sie sind klein, bezahlbar und könnten das Problem der immer teurer werdenden Immobilien lösen: Tiny Houses. Doch in Wiesbaden scheint der Trend noch nicht angekommen zu sein.

Klein, aber oho: Kommt der Tiny House-Trend auch nach Wiesbaden?

Vier Wände sein Eigen nennen zu können, nie wieder Miete zahlen zu müssen und für das Alter abgesichert zu sein ist der Traum vieler Menschen. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist hoch. So hoch, dass sich das nur noch wenige leisten können. Ein Kompromiss könnte Wohnen in sogenannten Tiny Houses sein.

Tiny Houses, das sind — wie der Name vermuten lässt, kleine Häuser mit einer Wohnfläche zwischen 15 und 45 Quadratmetern, die schon ab etwa 27.000 Euro zu haben sind. Ein Kompromiss aber, weil mit dem günstigen Preis eben eine deutlich kleinere Wohnfläche im Vergleich zu herkömmlichen Immobilien einhergeht.

Bedarfsgerecht

Eine Einschränkung, mit der Singles oder Urlauber aber ganz gut leben könnten. Hinzu kommt der Vorteil, dass Tiny Houses meist wesentlich energieeffizienter und umweltfreundlicher sind als andere Wohnungen. Durch die kleine Fläche sinkt der Energiebedarf, Fotovoltaikanlagen können einen Teil der Energie generieren und die kleinen Häuser bestehen oft aus recycleten Baustoffen.

In Deutschland ist die Tiny House-Bewegung — anders als in den USA — noch relativ neu. Trotzdem sind schon viele Anbieter auf dem Markt, die darauf warten, Wohnträume zu erfüllen. Ganz so einfach ist die Sache dann aber auch nicht: Wird das Tiny House als Wohn-, Ferien- oder Wochenendhaus genutzt, ist dafür eine Baugenehmigung erforderlich. In dem Fall ist die Landesbauordnung ausschlaggebend, die bestimmte Vorgaben an das Wohnhaus stellt, zudem muss auch der kommunale Bebauungsplan beachtet werden. Geht das Tiny House in Richtung Wohnmobil — soll es also bewegt werden können — benötigt das Gefährt eine regelmäßige Prüfung durch den TÜV.

Wohnen in Wiesbaden

Feste Flächen oder Pläne, eventuell sogar um eine Art Tiny House-Siedlung entstehen zu lassen, gibt es in Wiesbaden nicht. Ob das für die Zukunft geplant ist, hängt wohl auch von weiterem Verlauf des Trends ab. Eine Anfrage von Merkurist zu dem Thema an die Stadt Wiesbaden blieb bis zum Erscheinen dieses Artikels unbeantwortet.

In mehreren Online-Foren von Tiny House-Fans ist zu erfahren, dass Städte und Kommunen mit dem Begriff Tiny House oftmals noch nicht richtig etwas anfangen können und Interessierte mit ihren Anliegen zunächst kritisch beäugt würden. Grundsätzlich gelten, zumindest wenn das Haus als Erstwohnsitz genutzt werden soll, aber die gleichen Regeln und bürokratischen Hürden wie beim „normalen“ Hausbau. Andere Nutzungsarten, etwa als Büro oder Ferienhaus, sind mit deutlich weniger Aufwand verbunden.

In diversen Foren und Facebook-Gruppen halten deshalb unzählige Mitglieder Ausschau nach potenziell günstigen und geeigneten Grundstücken. Auch einige eigene Tiny Houses-Gruppen speziell für das Rhein-Main-Gebiet gibt es schon, etwa wie diese hier bei Facebook. (js)

Logo