Wo früher gemeinsam gelernt wurde, soll künftig gemeinsam gewohnt werden: Auf dem Gelände der ehemaligen Carl-von-Ossietzky-Schule in Wiesbaden-Klarenthal ist ein neues Wohnquartier geplant. Wie die Landeshauptstadt mitteilt, wurde dazu auf der Immobilienmesse Expo Real eine entsprechende Erklärung mit der GLS ImmoWert unterzeichnet.
Das Projekt mit dem Namen „CarlO“ sieht rund 270 Neubauwohnungen vor. Ergänzend sollen Räume für Kultur, Soziales und Nachbarschaft entstehen. Die künftigen Bewohner erhalten über eine Mitgliedschaft in einer Genossenschaft ein dauerhaftes Wohnrecht. Mit ihren Geschäftsanteilen finanzieren sie das Projekt solidarisch mit.
Baubeginn für 2029 geplant
Das Areal ist einer von fünf Wiesbadener „Experimentierräumen nachhaltiger Stadtentwicklung“, in denen die Stadt neue Konzepte erprobt. Beim Quartier „CarlO“ soll die Bausubstanz der früheren Schule so weit wie möglich erhalten und weiterentwickelt werden.
Nach der unterzeichneten Absichtserklärung werden nun die Projektziele und die künftige Genossenschaft weiter ausgearbeitet. Auch muss noch entschieden werden, ob das Grundstück direkt an den Projektträger verkauft oder per Erbbaurecht langfristig überlassen wird. Nach weiteren Planungs- und Genehmigungsschritten ist der Baubeginn für das zweite Quartal 2029 vorgesehen.
Modellprojekt für Stadtentwicklung
Bürgermeisterin und Stadtentwicklungsdezernentin Christiane Hinninger (Grüne) bezeichnet das Vorhaben als „Modellprojekt für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung“. Sie sagt: „Wir wollen hier bezahlbaren Wohnraum schaffen und neue Maßstäbe für ressourcenschonendes und klimagerechtes Bauen setzen.“
Anton Welke, Experte für genossenschaftliche Wohnprojekte bei der GLS ImmoWert, ergänzt: „Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Wiesbaden wollen wir Wohnraum entwickeln, der genossenschaftlich organisiert ist, und ein soziales Fundament für ein starkes Miteinander legen. Die genossenschaftliche Struktur bildet dabei den Rahmen für ein Quartier, das von den Menschen vor Ort aktiv mitgestaltet und langfristig getragen wird.“