„Tiny Houses“ in Wiesbaden für Obdachlose geöffnet

Im Rahmen des Projekts „Dach überm Kopf“ der Diakonie werden Bedürftigen künftig acht kleine Holzhäuschen zur Verfügung gestellt.

„Tiny Houses“ in Wiesbaden für Obdachlose geöffnet

Obdachlose können in Wiesbaden künftig für eine Weile in bis zu acht sogenannten „Tiny Houses“ unterkommen. Die Holzhäuschen werden im Rahmen des Projekts „Dach überm Kopf“ von der Diakonie gestellt und sollen auf den Gelände von Kirchengemeinden aufgestellt werden.

Wie Mitinitiatorin Betina Weiler in der Hessenschau berichtet, sind die Holzhäuser keine reine Übernachtungsmöglichkeit: Neben einem Bett verfügen sie über Stauraum in Form von zwei Schubfächern, mehreren Regale, einem Schreibtisch, zwei Fenstern mit Rollos und einer Leselampe. Außerdem sorgen Solaranlagen auf den Dächern für Wärme, so Weiler.

Matthias Röhrig von der Diakonie erzählt gegenüber Hit Radio FFH, dass die Häuschen Bedürftigen als „Zuhause auf Zeit“ dienen sollen. Sie sollen der Not entgegenwirken, in die Wohnungslose häufig geraten. Menschen, die in der Fußgängerzone, im Wald oder an Belüftungsschächten leben, seien häufig Übergriffen ausgesetzt. Die Diakonie wolle ihnen mit den Tiny Houses Schutz bieten.

Kurzzeitiges Wohnen, langfristige Perspektiven

Zum dauerhaften Verbleib seien die Unterkünfte aber nicht geeignet. Der Aufenthalt werde darum auf ein halbes Jahr befristet. Dennoch wolle man langfristige Perspektiven bieten: Ab dem 1. Januar 2023 können die Bewohner der Tiny Houses Röhrig zufolge drei bis vier Mal pro Woche Betreuung durch einen Sozialarbeiter in Anspruch nehmen, der sie bei der Frage unterstützt, wie es nach dem Auszug aus dem Tiny House weitergehe.

Ein „Tiny House“ koste rund 12.000 Euro, finanziert werden die Häuschen laut FFH aus Spenden. Das Projekt „Dach überm Kopf“ steht im Zusammenhang mit dem „Obdachlosenfest Wiesbaden“, das Betina Weiler initiiert hat. Die Idee entwickelte sie zusammen mit Matthias Röhrig und Alexander Schmidt.

Interessierte können sich auf der Seite des Projekts „Dach überm Kopf“ weiter informieren.

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