Neue Homepage soll Einsamkeit in Wiesbaden bekämpfen

Einsamkeit ist kein schönes Gefühl. Traurigerweise sind immer mehr Menschen davon betroffen. Einen Weg aus der Isolation zu finden, ist für viele Betroffene schwer. Eine Homepage von zwei Studentinnen der Hochschule Fresenius soll Abhilfe schaffen.

Neue Homepage soll Einsamkeit in Wiesbaden bekämpfen

Es gibt viele Ereignisse, die Menschen in Wiesbaden in die Einsamkeit führen. Todesfälle, Trennungen, Umzüge oder die immer digitaler werdende Gesellschaft. Auch Zahlen belegen das Gefühl, dass es immer mehr einsame Menschen gibt: Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP ist die sogenannte Einsamkeitsquote bei den 45- bis 84-Jährigen — wie die „Rheinische Post“ berichtet — von 2011 bis 2017 um rund 15 Prozent gestiegen. Aber auch jüngere Altersgruppen sind betroffen.

Eine Entwicklung, die auch vor den Wiesbadenern nicht Halt macht. Dem entgegenzuwirken haben sich Lea Hirt und Alina Lonzick zum Ziel gesetzt. Die beiden studieren Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden. Konkret soll das mit der Homepage „Wir für Wiesbaden“ gelingen, die seit dem 7. Juni online ist.

„Einsamkeit ist ein Problem in allen Altersgruppen.“ - Lea Hirt & Alina Lonzick

„Wir haben uns durch ein Projekt an unserer Hochschule mit dem Thema ‘Einsamkeit in der Gesellschaft’ auseinandergesetzt und mussten feststellen, dass Einsamkeit nicht nur bei älteren Menschen ein großes Problem sein kann, sondern in allen Altersgruppen“, berichten die beiden Studentinnen. Daraufhin überlegten sie, wie man mit einem Projekt möglichst viele Menschen erreichen könnte, die von dem Thema Einsamkeit betroffen sind. „Da die Gesellschaft immer digitaler wird, ist eine Website der ideale Kanal“, sind sich die beiden sicher.

Kontakte knüpfen

Die Homepage „Wir für Wiesbaden“ ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Hier wird zunächst nach Alter unterschieden. Zur Auswahl stehen die Reiter Senioren, Erwachsene und Kinder und Jugendliche. In Untermenüs sind auch die Altersgruppen in verschiedene Kategorien unterteilt, beispielsweise in Dating, Sport oder Freizeittreffs. „So können wir den vielen Gründen entgegenwirken, die Einsamkeit auslösen“, erklären Hirt und Lonzick.

Für die jeweiligen Kategorien wird dann eine Auswahl an weiterführenden Links zu externen Homepages angeboten, etwa Dating-Portalen, Sportvereinen in der Umgebung oder Treffpunkten wie zum Beispiel das Repaircafé im Schelmengraben.

Klicks zum Glück

Mit den beschriebenen Aktivitäten möchten Hirt und Lonzick Beschäftigungen für einen möglichst großen Personenkreis anbieten. Gar nicht so einfach, wie die beiden festgestellt haben, liegen die Interessen der Wiesbadener teilweise doch weit auseinander. Doch, das betonen beide, stecke die Homepage ja auch noch in den Babyschuhen. „Wir haben noch einige Ideen, die wir in naher Zukunft umsetzen möchten und dabei ist unter anderem ein Ausbau der Angebote geplant.“

„Wir freuen uns über jedes neue Angebot und jeden neuen Vorschlag.“ - Lea Hirt & Alina Lonzick

Ideal dafür seien auch mehr lokale Angebote, ein Kritikpunkt, den auch Merkurist-Leser Markus anmerkt. Denn einige der Links führen auch zu kostenpflichtigen, kommerziellen Homepages. „Wir freuen uns auf jedes neue Angebot und jeden neuen Vorschlag“, sagen die beiden Studentinnen. Da die Seite primär für Wiesbadener sei, seien lokale Angebote für Dating oder zum Kontakte knüpfen gern gesehen. Unternehmen oder Vereine, die glauben, gegen Einsamkeit helfen zu können, dürfen sich jedenfalls gerne bei den beiden melden.

„Es wäre schön, wenn die Seite einen Nutzen hat“, erklären Hirt und Lonzick. „Wenn Menschen dank unserer Seite Kontakte knüpfen können und wieder in das soziale Umfeld finden, was ihnen gefehlt hat.“ (ms)

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