Eine Stunde länger schlafen - und was sich sonst noch ändert

Am Wochenende werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Hier erfahrt Ihr Wissenswertes rund um die Zeitumstellung.

Eine Stunde länger schlafen - und was sich sonst noch ändert

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 3Uhr nachts eine Stunde zurückgedreht. Dann beginnt wieder die Winterzeit.

Die erste Sommerzeit gab es in Deutschland übrigens im Jahr 1916, andere Länder folgten. Zuvor herrschte praktisch das ganze Jahr über „Winterzeit“, eine Zeitumstellung gab es nicht. Nach einigem Hin und Her vor und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zeitumstellung 1945 von den Besatzungsmächten wiedereingeführt. 1977 beschloss die Europäische Gemeinschaft offiziell die Einführung der Sommerzeit.

Wann die Uhren vor- und wann sie zurückgestellt werden, lässt sich übrigens mit einer relativ leichten Eselsbrücke verinnerlichen: Im Sommer werden die Gartenmöbel vor das Haus gestellt, im Winter holt man sie wieder zurück. Das gilt auch für das Stellen der Uhrzeit. Vielleicht braucht Ihr diese Eselsbrücke aber schon bald nicht mehr: Erst kürzlich beschloss das EU-Parlament mit großer Mehrheit, dass die Zeitumstellung im Jahr 2021 abgeschafft wird. Bis 2020 müssen die Mitgliedsstaaten untereinander eine einheitliche Lösung dafür finden.

Was hilft gegen Schlafprobleme?

Für Familien mit Kindern ist die bevorstehende Umstellung der Uhren laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse eine Herausforderung. Fast die Hälfte aller befragten Eltern mit Kindern bis 12 Jahre gab an, schon einmal Veränderungen im Schlafverhalten oder Wohlbefinden ihres Kindes nach einer Zeitumstellung bemerkt zu haben. Jeweils ein Drittel der Kinder habe Probleme, abends einzuschlafen oder morgens aufzustehen. „Frische Luft und ausreichend Bewegung tun gut, um besser schlafen zu können“, sagt Carsten Kuhn vom Serviceteam der KKH in Wiesbaden. Deshalb nutzt auch jede zweite Familie diese Möglichkeit, damit die Nächte nach der Zeitumstellung geruhsamer werden.

Mehr Bewegung und möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen, ist immerhin auch für jeden dritten Erwachsenen eine gute Methode, um die Tage nach der Zeitumstellung gut zu überstehen. „Auch der Konsum von koffeinhaltigen Getränken hilft, morgens wach zu werden. So ist es nicht verwunderlich, dass laut der Befragung jeder Vierte, der Probleme wegen der Zeitumstellung hat, mehr Kaffee und Cola trinkt“, so Kuhn. Grundsätzlich sind Frauen stärker von den Auswirkungen der Zeitumstellung betroffen: 39 Prozent gaben in der Umfrage an, mit Müdigkeit, Gereiztheit oder Schlafproblemen nach der Umstellung der Uhren zu kämpfen. Bei den Männern hingegen ist es nur jeder Vierte, der derartige Probleme spürt.

Vorsicht vor Wildwechsel

„Tiere kennen keine Verkehrsregeln!“ - Wolfgang Herda, ADAC

Schlafprobleme gibt es in der Tierwelt zwar deshalb nicht, in der Dämmerung oder Dunkelheit nach der Zeitumstellung werden Autofahrer in der Region vor allem auf Landstraßen wohl wieder vermehrt Tieren begegnen. „Tiere kennen keine Verkehrsregeln! Wir empfehlen deshalb, immer mit reduzierter Geschwindigkeit und vorausschauender Fahrweise unterwegs zu sein“, rät Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.

Sollte es dennoch zu einer unfreiwilligen Begegnung zwischen Auto und Wild kommen, empfiehlt Herda, das Lenkrad gut festzuhalten und mit voller Kraft Bremse und Kupplung durchzutreten. Gefährlich werde es, wenn Autofahrer unkontrolliert ausweichen wollen. Schnell lande das Fahrzeug dann im Gegenverkehr oder in den Bäumen am Straßenrand. (ms)

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