Diese Designerin will Mode aus Shanghai nach Wiesbaden bringen

Seit Kurzem hat ein neuer Laden in der Wilhelmstraße geöffnet. Damit ist er einer von vielen in der Straße. Die Designerin erzählt, was ihre Mode einzigartig macht.

Diese Designerin will Mode aus Shanghai nach Wiesbaden bringen

Schon in ihrer Kindheit liebte Evelyn Zhao Farben. Damals lebte die heute 36-Jährige gemeinsam mit ihren Eltern in Wiesbaden, die ein chinesisches Restaurant in der Schiersteiner Straße betrieben. Später entschied sie sich für ein Modedesign-Studium in England und Shanghai. Nachdem sie über zehn Jahre im Ausland gearbeitet hatte, zog es sie vor Kurzem wieder zurück nach Wiesbaden — wo sie jetzt ihre erste eigene Boutique eröffnet hat.

„In den Metropolen Chinas kleiden sich die Frauen sehr fein und elegant.“ - Evelyn Zhao, Designerin

Am 15. März öffnete Evelyn die Türen ihres Stores in der Wilhelmstraße. Unter dem Namen ihres eigenen Labels „Jolin Zhao“, der sich aus Teilen ihres chinesischen Namens zusammensetzt, will die Designerin feminine Mode für Frauen verkaufen. „In den Metropolen Chinas kleiden sich die Frauen sehr fein und elegant“, erzählt sie. Alle Klamotten, die sie gemeinsam mit ihrem Produktionsteam in China entwirft, sind in weichen, pastelligen Farben gehalten. Es gibt Pullover, Mäntel, Kleider, Oberteile und Tops — viele mit Details wie angestickten Strasssteinen, Spitze, einem Mandarin-Kragen oder Schnürungen versehen. Tragen können soll das jede Frau, egal wie alt sie ist. „Auch meine Mutter trägt meine Kleidung“, sagt Evelyn. Im Laden findet man Größen zwischen S und L. Außerdem gibt es Teile in Einheitsgröße.

Zwischen High- und Fast Fashion

Die Preise starten unter 100 Euro. „Heutzutage ist es wichtig, einen Zwischenweg zwischen High- und Fast-Fashion zu finden“, sagt sie. Weil hohe Kosten auch durch Materialien entstehen, arbeitet sie mit Kaschmir, Baumwolle und Strick, aber auch mit günstigeren synthetischen Fasern. „Früher war Polyester unbeliebt, weil es schwer wirkte, heute gibt es neue Techniken, mit denen die Klamotten genauso warm halten und gut aussehen, wie Teile aus Wolle.“

Diese Entscheidungsfreiheit über Preise, Stoffe und Präsentation war auch ein Grund, warum sie ihr eigenes Label gegründet hat. Nach ihrem Studium in Shanghai und England arbeitete sie mit Marken wie „Miss Sixty“ und „Alexander Wang“ zusammen. Dafür lebte sie lange in Shanghai, arbeitete aber auch in Italien. Dann vertrieb sie ihr eigenes Label über Boutiquen anderer Designer. „Jetzt kann ich den Frauen gleich vor Ort zeigen, wie man die Sachen stylen kann“, freut sie sich.

Ihre Kundinnen will sie wie Freunde behandeln, sagt sie. Ihre Beratung soll freundschaftlich und ehrlich sein.

„Ich habe eine Kaffeemaschine und viel Platz zum Sitzen und Entspannen.“ - Evelyn Zhao

„Man muss hier nicht reinkommen und zwingend etwas kaufen, ich habe eine Kaffeemaschine und viel Platz zum Sitzen und Entspannen“, sagt die Designerin. Ihren Laden in der Wilhelmstraße hat Evelyn Zhao in den letzten Wochen selbst gestrichen, tapeziert und eingerichtet. Ihre gesamte Familie hat sie dabei unterstützt.

„Jahrelang habe ich im Hintergrund gearbeitet, jetzt arbeite ich auch im Vordergrund direkt in der Beratung, wo ein kleiner Fehler gleich alles kaputt machen kann“, sagt sie. „Ich hoffe einfach, dass sich die Frauen bei mir wohlfühlen werden.“ (lp)

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