Wie geht es mit dem „Badhaus1520“ weiter?

Wegen einer fehlenden Lärmprognose können im Wiesbadener Club „Badhaus1520“ derzeit keine Tanzveranstaltungen am Wochenende mehr stattfinden. Doch eine Lösung zeichnet sich ab.

Wie geht es mit dem „Badhaus1520“ weiter?

Vor fünf Monaten eröffnete der Club „Badhaus1520“ in der Häfnergasse in Wiesbaden-Mitte. Getanzt wird hier auf zwei Floors, etwa 200 Menschen haben Platz. Getanzt werden kann derzeit allerdings erst einmal nicht. „In was für einer Gemeinschaft wollen wir leben in Wiesbaden?“, leitete Geschäftsführer Christian Liffers eine längere Pressemitteilung ein.

Am 11. November habe ein „bislang guter Nachbar und Freund des Hauses“ einen „Teilerfolg“ in einem Prozess gegen die Stadt Wiesbaden erzielen können. Dabei sei es um die Baugenehmigung für das „Badhaus1520“ gegangen. „Diese Baugenehmigung wurde wegen einer fehlenden Formalie zunächst in Teilen ungültig erklärt“, so Liffers. Um persönliche Betroffenheit gehe es dem Nachbarn dabei nicht. Stattdessen gehe es darum, dass die Anwältin des Klägers „nach vermutlich langem Suchen einen marginalen Fehler in der Baugenehmigung gefunden hat, und darum nun die sofortige Schließung von Badhaus Bar und Badhaus1520 fordern könnte“.

Keine „Tanz-Veranstaltungen mit DJ“

Dank des Engagements der Stadt könne man die Bar offen halten und Kulturveranstaltungen weiter durchführen. Gleiches gelte für gebuchte Weihnachtsfeiern und geschlossene Veranstaltungen. Wie Liffers gegenüber Merkurist sagt, könnten einzig die „Tanz-Veranstaltungen mit DJ“ in Absprache mit der Stadt nicht stattfinden. Insgesamt lägen drei Baugenehmigungen vor: von 2015, 2017 und 2022. Diese seien durch Umplanungen und Änderungen des Nutzungskonzeptes notwendig gewesen. Nun gehe es um eine qualitative „Lärmprognose“ für die letzte Baugenehmigung. „Wir hatten zwar aufwändige und teure Messungen durch die ITA Ingenieure durchführen lassen, auch in der Wohnung des Klägers, doch dieses Dokument fehlt offensichtlich“, so Liffers.

In der Eröffnungswoche habe man zwar ein Immissionsproblem beim Nachbarn festgestellt, dieses sei jedoch scheinbar gelöst worden. „Danach begann er, sich über den Umgebungslärm zu beschweren, der aber nicht zugenommen hat. Es fanden fast täglich Gespräche statt, auch in konstruktiver Art und Weise.“ Im August habe der Nachbar dann den Kontakt abgebrochen und Klage erhoben. „Ein von mir angeregtes Gespräch zusammen mit dem Nachtbürgermeister Pascal Rück lief aber ebenso ins Leere wie der Vermittlungsversuch eines Anwaltes“, so Liffers. „Die Motivation dahinter verstehe ich nicht.“

Stadt erwartet neue Prognose

Auch die Stadt Wiesbaden hat sich mittlerweile zu dem Fall geäußert. „Die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Badhaus Gastronomiebetriebe befinden sich in enger Abstimmung“, heißt es in einer Pressemitteilung. Gemeinsam wolle man eine rechtmäßige und verträgliche Lösung für die vor Gericht angefochtene Baugenehmigung des Clubs finden. „Das Gericht monierte nicht wie in der Presse berichtet eine fehlende Ausbreitungsberechnung von Schadstoffen, sondern eine fehlende qualitative Lärmprognose für die derzeit geplante Nutzung als Club.“

In den nächsten Tagen erwarte die Stadt vom Club die neue Prognose und werde sie dann mit der Immissionsschutzbehörde prüfen, so Sandra Matzenauer, Amtsleiterin der Bauaufsicht. In einer dichtbesiedelten Stadt wie Wiesbaden spiele ein „verträgliches Miteinander und eine gute Nachbarschaft eine wichtige Rolle“.

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