Das Land Hessen verstärkt seinen Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung. Wie Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) am Donnerstag (23. Juli) in Wiesbaden mitteilt, werden zwei Beratungsprojekte in diesem Jahr mit insgesamt rund 90.000 Euro gefördert. Ziel sei es, Betroffenen zu helfen und potenzielle Opfer zu schützen.
Die finanzielle Unterstützung fließt an den Verein „Frauenrecht ist Menschenrecht“ (FIM), der 69.300 Euro erhält, sowie an „pro familia“, das mit 20.500 Euro gefördert wird. Gesundheitsministerin Stolz bezeichnete Verstümmlung von Geschlechtsteilen als „schwere Menschenrechtsverletzung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen“. Die Betroffenen würden oft ein Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen leiden. In Deutschland steht die weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe.
Gefahr durch Auslandsreisen in den Ferien
Ein besonderes Augenmerk liegt laut Ministerium auf der Präventionsarbeit während der Sommerferien. In dieser Zeit steige das Risiko für Mädchen, da Familien ins Ausland reisen und die Eingriffe dort vornehmen lassen. Um dem entgegenzuwirken, informieren Beratungsstellen verstärkt. Zudem gibt es einen sogenannten Schutzbrief der Bundesregierung, der Familien auf die Strafbarkeit der Tat hinweist, selbst wenn diese im Ausland begangen wird.
„Betroffene Mädchen und Frauen brauchen verlässliche Ansprechpartner und schnelle Hilfe, an die sie sich jederzeit anonym und vertrauensvoll wenden können“, so Stolz. Mit der Förderung sollen Beratungsstrukturen und die Prävention gestärkt werden.
Aufklärung und Netzwerkarbeit
Die geförderten Projekte setzen bei Aufklärung und Hilfe an. Das Projekt von „pro familia“ will die Schutzangebote verbessern, indem es Fachkräfte aus dem sozialen, medizinischen und pädagogischen Bereich schult und vernetzt. Eine neue Webseite bündelt zudem Hilfsangebote und mehrsprachige Informationen. Der Verein FIM begleitet betroffene Mädchen und Frauen mit Aufklärung, Unterstützung und den Zugang zu kompetenter medizinischer Versorgung.