Grünes Licht für die Aartalbahn: Das Land Hessen hat die Finanzierung für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Wiesbaden-Ost und Bad Schwalbach beschlossen. Wie die Stadt Wiesbaden am Mittwoch mitteilt, ist damit ein entscheidender Schritt für die Wiederaufnahme des Regelbetriebs getan. Die Stadt begrüßt die Zusage, die auf einen Anstoß des Wiesbadener Verkehrsdezernats aus dem Jahr 2020 zurückgeht.
Parallel zur nun geklärten Finanzierung laufen Gespräche über den Verkauf der Strecke. Laut dem Landesverkehrsministerium ist die Deutsche Bahn als derzeitige Eigentümerin grundsätzlich bereit, den für die Reaktivierung nötigen Abschnitt zu veräußern. Die Sanierung und den späteren Betrieb solle die Hessische Landesbahn übernehmen.
Neue Haltestellen und schnellere Verbindungen
Der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) will den Prozess eng begleiten, insbesondere bei der Einrichtung neuer Haltestellen. „Besonders wichtig sind mir bei einer Reaktivierung der Aartalbahn neben dem Bahnhof Dotzheim auch eine Realisierung neuer Haltepunkte in Klarenthal und an der Schiersteiner Straße“, erklärt Kowol. Ein Halt an der Schiersteiner Straße würde wichtige Umsteigemöglichkeiten nach Wiesbaden, in den Rheingau und nach Mainz schaffen, so der Dezernent.
Die Stadt Wiesbaden erhofft sich von der neuen Verbindung eine deutliche Entlastung der Straßen und Buslinien. Die Strecke soll die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und Bildungsangeboten verbessern und gleichzeitig den Durchgangsverkehr im Stadtgebiet reduzieren. Am Endpunkt Wiesbaden-Ost ist ein direkter Anschluss an die S-Bahnen nach Mainz, Frankfurt und zum Wiesbadener Hauptbahnhof geplant. Mit einer Fahrzeit von rund 30 Minuten zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden-Ost wäre die Bahn deutlich schneller als das Auto.
Dank an ehrenamtliches Engagement
Ein wesentlicher Grundstein für das Projekt ist laut Kowol das langjährige Engagement des Vereins Nassauische Touristik-Bahn und zahlreicher Ehrenamtlicher. Sie hätten die Strecke im Stadtgebiet mit Unterstützung der Stadt instand gehalten. „Ohne diesen Einsatz könnten wir heute nicht über eine Rückkehr zum alltäglichen Schienenverkehr sprechen“, so Kowol. Die Stadt sei bereit, das Vorhaben tatkräftig zu unterstützen, und erwarte, dass es zügig weitergeht, spielte der Stadtvertreter auf die nun ausstehenden Entscheidungen auf Landesebene an.