In der Erich-Ollenhauer-Straße gibt es wieder was zu beißen

Seit fast 50 Jahren versorgt eine Imbiss-Bude die Dotzheimer zur Mittagszeit mit Bratwurst, Pommes und Co. Seit Montag steht ein neues Team hinter dem Tresen und sorgt neben vollen Mägen auch für gute Stimmung unter den Gästen.

In der Erich-Ollenhauer-Straße gibt es wieder was zu beißen

Es ist Montagmittag, Anfang Februar und klirrend kalt in Wiesbaden. Trotzdem kommen Jörg Lardong und sein Team richtig ins Schwitzen. In der Erich-Ollenhauer-Straße braten sie eine Currywurst nach der anderen, befeuern die Friteuse mit Pommes und haben für jeden Gast ein Lächeln auf den Lippen — und die Zeit für eine kurze Plauderei.

Lange Tradition

Schon der erste Tag als „Imbiss Bande“ zeigt, dass die Bude vielen Wiesbadenern gefehlt hat. Seit den frühen Siebzigern gehört sie fest zu Dotzheim. Gegründet wurde sie unter dem Namen „Günthers Speiseshop“ von Günther Hartung, der fast 40 Jahre lang selbst am Grill stand, später übernahm eine Mitarbeiterin. Als sie Ende 2018 in den Ruhestand ging, stand die Bude für einige Wochen leer. Bis zur großen Wiedereröffnung mit neuem Pächter am Montag.

„Endlich mal wieder was Warmes in der Mittagspause.“ - Gast am Neueröffnungstag

In der Bude wurde die Schlange gerade um die Mittagszeit nicht kürzer. „Endlich mal wieder was Warmes in der Mittagspause“, freute sich ein Kunde, der in einem Betrieb um die Ecke arbeitet. Zur Auswahl standen dabei neben den Klassikern von Grill auch Schinkennudeln, Gulasch und Pfannenschnitzel. Über den Tresen ging schließlich eine Portion Hackbraten.

Mitnehmen oder Plaudern

Wer sein Essen nicht zum Mitnehmen einpacken lässt, kann bei der „Imbiss Bande“ entweder im überdachten Vorbau am Stehtisch essen oder im Zeltpavillon hinter der Bude sitzen. Ins Gespräch kommen die Gäste schnell miteinander, auch wenn sie eigentlich alleine gekommen sind. Am ersten Tag wurden alle dabei schnell zu Gastro-Juroren. „Wie ist Deins?“ „Gut, die Soße passt, und die Portion ist üppig“, zeigten sich die ersten Gäste zufrieden.

Tatsächlich hat die Bude in den vergangenen Jahrzehnten ein wenig Kultstatus in der Hauptverkehrsstraße erlangt. Auch Schauspieler Claus Theo Gärtner aus der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ soll bei Dreharbeiten regelmäßig im ehemaligen „Speiseshop“ eingekehrt sein. Diese Tradition will das neue Team jetzt weiterführen — und zwar immer montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr. Bis 10:30 Uhr gibt es außerdem ein Frühstück mit Rührei und Kaffee oder belegten Brötchen zum Mitnehmen. (lp)

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