Wo man Kaffee für Bedürftige spenden kann

Mit dem Projekt WI.share – Kauf eins mehr! will eine Gruppe von Schülern Menschen mit wenig Geld zu einem Stück Lebensqualität verhelfen.

Wo man Kaffee für Bedürftige spenden kann

Ein kleiner Augenblick Genuss für bedürftige Menschen – das ist das Ziel der zehn Schüler des Mathe-Leistungskurses der Diltheyschule, die das Projekt WI.share – Kauf eins mehr! ins Leben gerufen haben. Die Idee dahinter ist, dass der sogenannte „Geber“ für einen Kaffee bezahlen kann, den er aber nicht selbst trinkt. Er geht in Vorleistung für Bedürftige, die sich den Kaffee später an der Theke abholen können. Sobald der Geber bezahlt hat, wird von den teilnehmenden Cafés eine Karte in einem Kästchen auf den Tresen gestellt, mit der das Heißgetränk eingelöst werden kann. Teilnehmende Betriebe sind durch einen Aufkleber an der Eingangstür gekennzeichnet.

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Kaffee gegen soziale Isolation

„Wir versuchen den Menschen damit einige Minuten Genuss und Luxus zu geben.“ - Leo Lazkan

„Uns ist natürlich klar, dass der Kaffee die Menschen weder versorgt, noch etwas an den finanziellen Probleme in ihrem Leben ändert“, so Leo Lazkan, einer der Initiatoren des Projekts. „Aber wir versuchen den Menschen damit einige Minuten Genuss und Luxus zu geben.“ „Wir wünschen uns, dass Kaffee trinken, sich mit anderen Menschen an einen Tisch setzen und miteinander reden dabei hilft, Kontakte zu knüpfen“, ergänzt Nils Weber seinen Mitschüler.

Dabei soll der geschenkte Kaffee möglichst unauffällig ausgehändigt werden: „Nach einem kostenlosen Kaffee zu fragen, kostet ja auch ziemliche Überwindung.“ Dass am Ende auch nur bedürftige Menschen eine der ausliegenden Kärtchen gegen einen Kaffee einlösen, kann man nicht nachweisen. Gerade durch die Diskretion sei der Prozess bewusst leicht gestaltet worden. „Wir hoffen dabei einfach auf die Moral der Gesellschaft“, so die Schüler.

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Gewinner des Leonardo Awards

Mit ihrem Projekt begeisterten die Schüler der Diltheyschule sogar die Jury des Leonardo Awards 2017. Der Gewinn des Schülerwettbewerbs brachte den Initiatoren von Wi.share 1000 Euro Preisgeld ein. Geld, das dazu genutzt werden soll, um noch mehr Cafés mit ins Boot zu holen.

„Wir würden gerne auch die großen Ketten in der Innenstadt erreichen.“ - Dariush Pebdani

„Gerade in der Innenstadt befinden sich die größeren Ketten, die wir bisher noch nicht erreichen konnten, aber gerne für unser Projekt gewinnen würden“, sagt Mitinitiator Dariush Pebdan. Auch eine Ausweitung des Angebots auf mehr Getränke und Essen oder eine Erweiterung des Projekts über die Grenzen von Wiesbaden hinaus ist für die Schüler denkbar.

Unterstützung erwünscht

Die Cafés von ihrem Projekt zu überzeugen, sei anfangs etwas schwierig gewesen, denn die Schüler mussten erstmal ihre Zuverlässigkeit und Seriosität unter Beweis stellen. Erst nachdem der erste Laden, Der Kakaobaum, seine Teilnahme zusicherte, ging es voran. Doch was bringt die Gastronomiebetriebe dazu, an einem solchen Projekt teilzunehmen? Maotze vom Café Klatsch findet es „unterstützenswert“, dass Jugendliche in Wiesbaden ein soziales Projekt ins Leben rufen. Er freue sich auch darüber, wenn durch die Öffentlichkeit, die das Projekt hervorrufe, noch weitere bedürftige Menschen das Café Klatsch als Gast besuchen.

Auf der Internetseite des Projekts sind alle teilnehmenden Betriebe und weitere Informationen über die Aktion aufgeführt.

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