Wie sich der Verkehr in Wiesbaden durch die Corona-Krise verändert hat

Weniger Pendler, mehr Anwohner auf Parkplatzsuche - Die Corona-Krise hat das Fahrverhalten vieler Wiesbadener verändert. Das hat zu einigen guten Nachrichten geführt.

Wie sich der Verkehr in Wiesbaden durch die Corona-Krise verändert hat

Weniger Staus am Morgen und zur Feierabendzeit — seitdem viele Wiesbadener im Homeoffice arbeiten, hat sich das alltägliche Bild auf den Straßen in der Stadt besonders zu Stoßzeiten verändert. Doch der ruhigere Verkehr hat noch weitere Vorteile in der Stadt mit sich gebracht, von denen Auto- und Radfahrer auch langfristig profitieren werden.

Umbau am 1. Ring

Rund 66.000 Autos fahren normalerweise täglich auf dem 1. Ring. Während der Corona-Krise sind auf der Hauptverkehrsroute in der Innenstadt deutlich weniger Fahrer unterwegs. Genau diesen Umstand hat die Stadt jetzt genutzt, um die lange geplante Umweltspur dort zu realisieren. So wird seit Wochen fleißig zwischen Sedanplatz und Hauptbahnhof gearbeitet. Neben neuen digitalen Ampeln und Fahrbahnmarkierungen konnte auch das Problem der Fußgängerinsel vor dem Bahnhof in Angriff genommen werden: Sie wurde vergrößert. Zwar sind die Arbeiten am Ring noch nicht komplett abgeschlossen, doch wegen der besonderen Verkehrslage schreiten sie besonders schnell voran.

Parkplätze

Wer oft zuhause ist, braucht auch einen Parkplatz in Wohnungsnähe. Dieses Problem zeigte sich zu Beginn der Corona-Krise vor allem in der Innenstadt. Die Verkehrspolizei fand schnell eine Lösung: Anwohnerparken war plötzlich nicht mehr auf einen festgelegten Bereich begrenzt (wir berichteten) — doch auch langfristige Lösungen greifen inzwischen. So stehen die 220 Parkplätze in der Friedrich-Ebert-Allee inzwischen täglich von 19 Uhr bis 9 Uhr am Folgetag kostenlos zur Verfügung. Wer in der Nähe wohnt, kann am Abend dort sein Auto für die Nacht abstellen, für umme.

Pendler können sich ab dem kommenden Jahr zudem über den jetzt gestarteten Ausbau des Park & Ride Parkplatzes „Kahle Mühle“ freuen. Die Anlage wird erweitert, sodass dort bald 250 statt 185 Autos kostenlos parken können. Weiter bis zur Innenstadt oder zum Arbeitsplatz kommen Pendler von dort aus mit den Buslinien 5, 15, 18, 39, 49 und der RMV-Linie 171. Außerdem soll der Parkplatz eine neue Beleuchtung und eine Leihfahrradstation bekommen.

Bessere Luft

Rund 40 Prozent weniger Autos waren im April im Vergleich zum Jahresdurchschnitt unterwegs, das schätzte das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Weil weniger Abgase auch weniger Stickstoffdioxidbelastung für die Luft bedeuten, konnten die Wiesbadener immer öfter grünes Licht an den Stadtluftanzeigern sehen. So lag der Wert der NO2-Belastung etwa an der Messstation an der Schiersteiner Straße am 13. März noch bei einem Tagesmittelwert von 48,5 Mikrogramm pro Kubikmeter, zwei Wochen später bei lediglich 26,5. Die Tagesdurchschnittswerte sind seit den ersten Corona-Lockerungen und vor allem seit der Wiedereröffnung der Geschäfte zwar wieder gestiegen, an den meisten Tagen im Mai lagen sie aber immer noch unter 30. (ms)

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