Sternschnuppenmarkt: Beschicker schließen Stände

Viele Hürden für Beschicker und Stadt

Sternschnuppenmarkt: Beschicker schließen Stände

Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Oliver Franz hat am Dienstag eine gemischte Zwischenbilanz zum Sternschnuppenmarkt gezogen. Einige Beschicker seien unzufrieden mit dem Gastro-Konzept und hätten bereits ihre Stände geschlossen, andere könnten nachziehen. Auch für die Stadt ist der Markt wirtschaftlich nicht rentabel. Zukünftig könnten aber zumindest die Beschicker entlastet werden.

Der Markt war zunächst mit dem abgetrennten 2G-Gastro-Bereich gestartet. Zu Beginn durften noch 3500 Besucher gleichzeitig in dem Bereich sein. Das Gesundheitsamt sah sich die Situation vor Ort mehrmals an und stellte fest, dass es oftmals zu Menschenansammlungen kam. Das sei mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie nicht vertretbar gewesen. Seit dem 5. Dezember dürfen deshalb nur noch 2400 Menschen zur gleichen Zeit in den Gastro-Bereich gehen.

Hohe Kosten, wenige Einnahmen

„Mit dem aktuell genehmigten Marktkonzept sind die Gastro-Beschicker teils zufrieden, teils unzufrieden“, so Franz. Ein Beschicker habe angekündigt, seine Stände aus wirtschaftlichen Gründen schließen zu müssen. Weitere Unternehmen berichteten von Umsatzeinbußen. Ein Stand im Gastro-Bereich wurde zwischenzeitlich tatsächlich geschlossen, ein anderer Betreiber hat einen seiner drei Stände geschlossen. Es gebe aber auch Stände, die wirtschaftlich betrieben werden könnten.

Weil bereits im Vorfeld 38 Marktbeschicker abgesagt hatten, würden der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH (WICM) in diesem Jahr Mindereinnahmen in Höhe von 105.000 Euro entstehen. Wegen der zusätzlichen Kosten aufgrund der Corona-Auflagen werde der Sternschnuppenmarkts 2021 zu einer Unterdeckung in Höhe von voraussichtlich 234.751 Euro führen. Auch der Kinder-Sternschnuppenmarkt ist betroffen – dort entsteht vermutlich eine Unterdeckung in Höhe von 30.000 Euro.

Beschicker könnten Standgebühren teilweise zurückbekommen

Auf Grundlage der aktuell geltenden Markt- und Marktgebührensatzung der Stadt betragen die Standgebühren des Sternschnuppenmarktes 234.470 Euro. Mit den Einnahmen müssen alle Kosten gedeckt werden – darunter der Weihnachtbaum, die Beleuchtung, die Infrastruktur, die GEMA-Gebühren und die Sicherheits- und Marketingmaßnahmen. Im Gastro-Bereich liegt die Standgebühr bei 250 Euro pro Quadratmeter. Für einen Gastro-Stand mit einer Fläche von 6 mal 3 Meter zahlen die Beschicker demnach 4.500 Euro.

Die Standgebühren wurden bereits vollständig bezahlt. Die Stadt könnte bald aber die Marktgebührensatzung ändern, um die Standgebühren teilweise oder ganz rückzuerstatten. Wie viel der Sternschnuppenmarkt die Stadt am Ende gekostet hat, wird voraussichtlich Ende Januar 2022 mitgeteilt.

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