Sind die Öffnungszeiten des Sternschnuppenmarkts zu kurz?

Am 26. November geht der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt in die nächste Runde. Immer wieder kommt die Forderung nach längeren Öffnungszeiten auf. Warum das nicht umgesetzt wird.

Sind die Öffnungszeiten des Sternschnuppenmarkts zu kurz?

Gerade schlürft man noch an seinem Glühwein, da beenden die ersten blauen Stände schon ihren Ausschank. Manch ein Wiesbadener kennt diese Situation auf dem Sternschnuppenmarkt nur zu gut. Während einige ihren letzten Schluck dann besonders genießen und von Innen gewärmt den Nachhauseweg antreten, beschweren sich andere über die vermeintlich zu kurzen Öffnungszeiten des Markts.

Junge Union fordert längere Öffnungszeiten

So auch die Junge Union Wiesbaden (JU). In einer Mitteilung fordert die Jugendorganisation der CDU eine Verlängerung der Öffnungszeiten von 21 Uhr unter der Woche und 21:30 Uhr freitags und samstags auf 22 Uhr. Der Grund: Arbeitnehmer, Schüler und Studenten hätten oft nicht die Möglichkeit, tagsüber auf den Sternschnuppenmarkt zu gehen. Vor allem jungen Leuten würden deshalb nur wenige Stunden auf dem Fest bleiben. „Bei immer größeren Auflagen und immer weniger Festen, ist es umso wichtiger die etablierten Feste zu schützen und zu fördern“, so Dennis Friedrich, Vorsitzender der JU Wiesbaden. „Dafür sollten wir auch unseren Weihnachtsmarkt an die aktuellen Gegebenheiten anpassen und den Bürgern und Touristen, unter Einhaltung der gesetzlichen Nachtruhe, einen längeren Besuch des Marktes ermöglichen.“

Verantwortliche kennen Diskussion

Die Verantwortlichen von Wiesbaden Marketing kennen die Diskussion als Veranstalter gut. Bei der Entscheidung, wie lange der Markt abends geöffnet bleibt, spiele das Konzept eine große Rolle. Die Veranstalter wollen, dass der Sternschnuppenmarkt auch tatsächlich ein Weihnachtsmarkt bleibt. Und der besteht in Wiesbaden traditionell zu einem großen Teil aus Ständen, die weder Glühwein, noch Bratwürste verkaufen. „Wir haben einen Gastronomieanteil von zehn Prozent, damit die Gastronomiestände nicht überhand nehmen“, erklärte Oliver Heiliger von Wiesbaden Marketing bei einer Veranstaltung zum Programm des Markts das Konzept. Stattdessen soll mehr Platz für Kunsthandwerker bleiben, die ihre weihnachtlichen Produkte verkaufen. Und die würden nicht von längeren Öffnungszeiten profitieren.

„Die Kunsthandwerker würden am liebsten noch früher schließen.“ - Manfred Schauer, Wiesbaden Marketing

„Längere Öffnungszeiten sind nur für die gastronomischen Stände interessant“, so Manfred Schauer, Leiter Märkte und Events bei Wiesbaden Marketing. „Die Kunsthandwerker würden am liebsten noch früher schließen.“ Denn abends würden die meisten Besucher eher Essen und einen Glühwein kaufen, als die Produkte der Kunsthandwerker. Deshalb würden sich längere Öffnungszeiten für die Kunsthandwerker nicht lohnen. Außerdem müssen die Veranstalter auch einen Grundlagenbeschluss der Politik beachten. Er regelt unter anderem, wie lange an Adventssonntagen überhaupt verkauft werden darf — denn da haben Weihnachtsmärkte einen Sonderstatus.

Winterstubb und Lumen-Alm als Tipp auch für danach

Im direkten Vergleich zu anderen Städten ist der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt sogar teilweise länger geöffnet, als andere. Über den Wiesbadener Markt kann man freitags und samstags immerhin eine halbe Stunde länger laufen, als über den in Frankfurt und Mainz. Wer nach 21:30 Uhr noch einen Glühwein trinken möchte, muss in Wiesbaden übrigens nur ein paar Meter laufen. Die Winterstubb mit ihrem 45 Meter hohen Riesenrad auf dem Mauritiusplatz schenkt täglich bis 22 Uhr Glühwein, Punsch und heiße Schokolade aus. Genauso lange ist die Lumen-Alm an der ESWE Eiszeit am Warmen Damm geöffnet — und das sogar noch über den Sternschnuppenmarkt hinaus bis zum 12. Januar.

Der Sternschnuppenmarkt ist ab dem 26. November montags bis donnerstags von 10:30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Freitags und samstags sind die Läden von 21:30 Uhr und sonntags von 12 Uhr bis 21 Uhr offen. Enden wird der Markt am 23. Dezember. (ts)

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