Wehen-Ultras: „Verein tritt Tradition mit Füßen“

Beim Spiel gegen Hannover 96 am vergangenen Wochenende protestierten die SVWW-Ultras gegen Neonazi-Aufmärsche, die Polizei und sogar den eigenen Verein. Was dahinter steckt.

Wehen-Ultras: „Verein tritt Tradition mit Füßen“

Beim Heimspiel des SV Wehen Wiesbaden am Samstag gegen Hannover 96 (0:3, wir berichteten), hat die Ultragruppe „Supremus Dilectio“ den eigenen Verein mit einem Banner kritisiert. Auf einem Transparent, das auf der Nordtribüne entrollt wurde, stand „Wer Marketing über Kreativität stellt, hat Fankultur nicht verstanden“ geschrieben. Hintergrund des Banners ist ein Streit der Gruppierung mit dem Verein über die Gestaltung eines Kassenhäuschens am Stadioneingang „E2“.

„Von unserer Seite wurde sich darum bemüht ein Gestaltungskonzept für das ramponierte Kassenhäuschen zu erarbeiten“, teilen „Supremus Dilectio“ in einem Statement mit. Auf die fünf Rolläden vor den Schaltern wollten die Ultras jeweils das Wort „Wehen“ sprühen. Das wurde, so die Ultras, zunächst auch vom Verein begrüßt.

„Die Wurzeln des Vereins wurden erneut mit Füßen getreten.“ - Supremus Dilectio

„Nach Vorlegen des Konzepts wurde allerdings auf einer Umsetzung des Marketing-Slogans ‘Das W vereint’ beharrt und die vorgesehene Beschriftung der fünf Rolläden mit dem Wort ‘Wehen’ für untauglich erklärt“, erklären die Ultras. Als Grund habe der Verein angegeben, dass sich der Stadionstandort in Wiesbaden befinde. Daran werde deutlich, so „Supremus Dilectio“, dass seitens der Vereinsführung eine Identifikation ausschließlich über Wiesbaden zulässig ist „und die Wurzeln des Vereins erneut mit Füßen getreten werden.“

Kritik auch an der Polizei

Darüber hinaus hatten die Fans in den ersten zehn Minuten den Support für ihre Mannschaft eingestellt. Als Grund dafür geben die Ultras an, dass sich eine Einheit der Bereitschaftspolizei „ohne ersichtlichen Grund“ im benachbarten Block formiert habe. „Für uns haben vollausgerüstete Polizist*innen im Fanblock nichts zu suchen“, so die Ultras. Angefeuert wurde erst wieder, als die Polizei den Block wieder verlassen hatte. (nl)

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