Rätsel um ehemaliges „Café Hahn“ in Sonnenberg

Das Café Hahn musste 2017 aufgrund eines Todesfalls schließen. Seitdem steht das Lokal leer, von außen sieht das Café aber noch fast so aus wie früher. Viele Wiesbadener fragen sich deshalb, wie die Zukunft des Cafés aussieht.

Rätsel um ehemaliges „Café Hahn“ in Sonnenberg

Als das Café Hahn in Sonnenberg vor rund zwei Jahren schloss, war das für viele Wiesbadener ein Schock. Das Traditionslokal war 75 Jahre lang ein beliebter Treffpunkt für alle, die ein Stück Torte essen und einen Kaffee in der Nähe des Kurparks trinken wollten. Andreas Hahn schloss das Café schweren Herzens, nachdem seine Frau Pamela mit nur 51 Jahren an Krebs starb (wir berichteten). Seine Schwiegereltern verkauften das Gebäude, seitdem hat sich kaum etwas an dem Haus verändert.

Die goldene Schrift auf der weißen Hausfassade fällt aber auch heute noch immer wieder vielen Wiesbadenern ins Auge. Viele von ihnen rätseln in Facebook-Gruppen über den Verbleib des Hauses. Wem gehört es heute und wird es irgendwann einen Nachfolger für das beliebte Café geben?

Gerüchteküche brodelt

Seitdem Andreas Hahn das Café schloss, machen immer wieder Gerüchte die Runde. Viele ehemalige Gäste des Cafés wollen gehört haben, dass ein Augenarzt das Gebäude gekauft haben soll. „Hab gestern gehört, dass das schöne Gebäude Café Hahn, abgerissen werden soll und ne Augenklinik gebaut werden soll?“, schrieb eine Wiesbadenerin bereits Anfang des Jahres in einer Facebook-Gruppe. Auch unter anderen Posts berichten viele Wiesbadener immer wieder davon, dass das Café durch eine Augenklinik ersetzt werden soll.

„Auch mir sind entsprechende Gerüchte zu Ohren gekommen.“ - Stefan Bauer, Ortsvorsteher

„Auch mir sind entsprechende Gerüchte zu Ohren gekommen“, sagt Stefan Bauer (CDU), Sonnenberger Ortsvorsteher. Den Mietern, die in den Wohnungen oberhalb des ehemaligen Cafés leben, soll zum 31. Dezember gekündigt worden sein. Das wisse er aber nur aus dritter Hand. „Weitere Informationen, wie das jetzt dort weitergeht, habe ich leider nicht“, so Bauer. Ähnlich geht es auch Vorbesitzer Andreas Hahn. Auch er weiß nur von Gerüchten.

Bau einer Augenklinik müsste beantragt werden

Tatsächlich wäre es gar nicht so einfach anstelle des Cafés eine Augenklinik zu bauen. Im Bebauungsplan ist der Bereich rund um die Danziger Straße als „Allgemeines Wohngebiet“ gekennzeichnet. In solchen Gebieten dürfen zum größten Teil nur Wohnhäuser stehen. Wie das Bauaufsichtsamt auf Anfrage mitteilt, können dort aber auch unter anderem Lebensmittelläden, Schank- und Speisewirtschaften und nicht störende Handwerksbetriebe eröffnet werden. Wer aber eine Augenklinik in das Wohngebiet bauen möchte, muss einen expliziten Antrag an die Bauaufsicht stellen, so das Amt. „Dem Bauaufsichtsamt liegt jedoch zurzeit kein Antrag vor.“

Zukunft des Gebäudes bleibt weiterhin unklar

„Natürlich hätte ich ein Interesse daran, dass dort wieder ein Café oder ähnliches einziehen würde.“ - Stefan Bauer

Was tatsächlich aus dem ehemaligen Café Hahn wird, bleibt also weiterhin unklar. Die Anwohner, die angeblich zum 31. Dezember ausziehen sollen, waren bis zum Erscheinen des Artikels nicht für Merkurist erreichbar. Auch wer der neue Eigentümer des Hauses ist, ist nicht bekannt.

Wie viele Wiesbadener hat auch Ortsvorsteher Stefan Bauer einen Wunsch für die Zukunft des Gebäudes: „Natürlich hätte ich ein Interesse daran, dass dort wieder ein Café oder ähnliches einziehen würde. Schließlich haben wir ja nicht sehr viele Gastronomiebetriebe in Sonnenberg“, sagt er. Dennoch bleibt er realistisch: „Allerdings bleibt es natürlich einem Hauseigentümer überlassen, was er mit seinem Eigentum macht, solange es sich eben im Rahmen des Bebauungsplans bewegt.“ (nl)

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