Wenn das Wetter gefährlich wird

In der Nacht zum Freitag musste die Feuerwehr zu mehr als 130 Einsätzen ausrücken. Der Grund: Ein Unwetter zog über Wiesbaden. Doch wie erkennt man bereits im Voraus, was einen von oben herab erwartet?

Wenn das Wetter gefährlich wird

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde immer wieder vor Unwettern gewarnt. Oftmals blieb es aber bei einer Warnung - Unwetter hingegen traten nicht auf. „Das Problem ist, was die Medien daraus machen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Er sagt: „Gefährlich kann es bei jeder Warnung werden.“ Jung führt an, dass eine Warnung vor Wind bis 55 km/h eigentlich keine Dramatik herrscht. „Fällt mir aber dabei ein Ast auf den Kopf und ich bin tot - dann war es auch schon gefährlich.“

Warnstufen

Um Gefahren besser einschätzen zu können, gibt es verschiedene Unwetter-Warnstufen, die sich online, etwa auf der Homepage des DWD einsehen lassen. Die dort abgebildete Landkarte ist in verschiedene Farben unterteilt. Liegt keine Gefahr vor, so ist der entsprechende Bereich grün markiert.

Wetterwarnung

Auf der Karte gelb dargestellt, informiert diese Warnstufe vor wetterbedingten Gefährdungen. Laut Jung fallen darunter noch keine ungewöhnlichen Wetterentwicklungen. Sollte man aber im Freien unterwegs sein, sollte man sich regelmäßig über mögliche Veränderungen der Warnstufe informieren.

Warnung vor markantem Wetter

„Es können örtliche Schäden durch das Wetter auftreten, Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden“, erklärt Jung die in orange oder ocker dargestellte Warnstufe. Wenn man sich lange im Freien aufhalten muss, sollte man die Wetterentwicklung im Auge behalten und riskantes Verhalten vermeiden.

Unwetterwarnung

Auf der Karte rot dargestellt, ist eine Unwetterwarnung schon eher gefährlich. „Hierbei können verbreitet Schäden durch das Wetter auftreten“, sagt Jung. Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden und - falls doch - sollte man sich sehr vorsichtig verhalten.

Extremes Unwetter

„Die erwartete Wetterentwicklung ist sehr gefährlich, es können lebensbedrohliche Situationen entstehen und große Schäden und Zerstörungen auftreten“, erklärt der Meteorologe. Für diese in dunkelrot dargestellte Warnstufe sollte man sich außerdem auf „außergewöhnliche Maßnahmen“, zum Beispiel Evakuierungen, vorbereiten und den Anweisungen von Ordnungs- und Hilfskräften Folge leisten.

Das Problem mit Vorabinformationen

Lassen sich die aufgeführten amtlichen Warnungen noch gut einordnen, kam es in der Vergangenheit auch immer wieder vor, dass Vorabinformationen wie eine amtliche Warnung behandelt wurden. „Das sind noch keine echten, scharfen Warnungen, werden aber trotzdem ständig in Rundfunk und Radio verlesen“, ärgert sich Jung. „Das habe ich nun schon ein paar Mal mitbekommen, aber es ist Unfug.“

Vielmehr dienen diese Vorabinformationen dazu, sich auf eventuelle Verschlechterungen der Wetterlage vorzubereiten. „Man sollte sich lediglich regelmäßig über die weitere Wetterentwicklung und die Ausgabe von amtlichen Warnungen und Unwetterwarnungen informieren“, ordnet Jung ein.

„Gefährlich“, so Jung, „kann es bei jeder Warnung werden“. „Nur: Man weiß nie vorher welchen Ort es am heftigsten oder überhaupt treffen wird.“ Daher verstehe er auch nicht, wie Menschen nach Vorabinformationen jammern können „Wo bleibt denn das Unwetter?“ „Dass man sich auf Sturzfluten mit Millionenschaden freuen kann, wird mit immer ein Rätsel bleiben.“ Vielmehr solle man sich freuen, wenn es kein Unwetter gab und man verschont blieb.

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