Politische Plakate als Kampfansage: Ausstellung in Wiesbaden

Plakate zur Kommunalwahl sind aktuell allgegenwärtig. Im Museum Wiesbaden zeigt die Ausstellung „Unter Druck“, wie politische Plakate in der Vergangenheit zu Waffen wurden.

Politische Plakate als Kampfansage: Ausstellung in Wiesbaden

„Unter Druck“ ist der Titel einer neuen Plakatausstellung im Museum Wiesbaden, die einen Blick auf die Macht der visuellen Kommunikation wirft. Wie das Museum mitteilt, werden 80 historische Plakate aus der Zeit der Weimarer Republik bis zum Beginn der NS-Zeit gezeigt. Die Leihgaben stammen aus der Sammlung des Wiesbadeners Maximilian Karagöz.

Vom Werbeplakat zur Propaganda

Gerade heute sei eine kritische Medienkompetenz wichtiger denn je, schreibt das Museum auf einem seiner Social Media-Accounts. Die Ausstellung möchte durch einen Blick in die Vergangenheit auch zu einem Dialog über den heutigen Umgang mit Medien in der öffentlichen Meinungsbildung anregen.

Die Plakate aus den Jahren 1918 bis 1933 spiegeln die gesellschaftlichen Konflikte, die Radikalisierung und die gezielte Propaganda jener Zeit wider. Insbesondere im Wahlkampf glichen die Plakate einer Kampfansage und machten den Wettbewerb der Parteien für jeden sichtbar.

Emotionen schüren und Feindbilder schaffen

Die historischen Plakate machen deutlich, wie Bilder Emotionen schüren, Feindbilder erschaffen oder politische Stimmungen anheizen können. Das Spektrum reicht dabei von sachlicher Argumentation über emotionale Ansprache bis hin zur bewussten Lüge.

Viele der gezeigten Plakate enthalten Darstellungen und Botschaften, die heute als rassistisch, sexistisch oder antisemitisch gelten. Laut dem Museum ermöglichen sie aber gerade deshalb eine Reflexion über die heutige politische Werbung und zeigen, wie Gestaltung zu einem politischen Machtinstrument werden kann.

Langer Museumsabend am Donnerstag

Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann dies auch am „Langen Donnerstag“ tun. An diesem Wochentag hat das Museum Wiesbaden bis 21 Uhr geöffnet und bietet verschiedene Angebote wie Führungen, Vorträge und Workshops an. Alle relevanten Infos, Preise und Öffnungszeiten stehen auf der Webseite des Museums.