Warum plötzlich Kameras entlang der Schiersteiner Straße hängen

Ausbau der digitalen Verkehrssteuerung

Warum plötzlich Kameras entlang der Schiersteiner Straße hängen

Die Stadt hat entlang der Schiersteiner Straße Wärmebildkameras installiert. Damit startet das Projekt „Digitale Verkehrssteuerung“, durch das Wiesbaden eine neue, schlaue und umweltfreundlichere Verkehrssteuerung bekommen soll (wir berichteten).

Die Kameras hängen an den Kreuzungen entlang der Schiersteiner Straße und werden zur Verkehrszählung und Fahrzeugerkennung eingesetzt. Weil die Stadt anhand solcher Zählungen sehen kann, wo verkehrsbedingte Emissionen besonders hoch sind, seien sie eine wichtige Datenquelle, um den Verkehr umweltfreundlicher steuern zu können.

„Die Kameras dienen ausdrücklich nicht der Personenüberwachung.“ - Andreas Kowol

„Die Kameras dienen ausdrücklich nicht der Personenüberwachung, sondern lediglich der anonymisierten Erfassung der Verkehrsströme“, erklärt Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Sie können aus Datenschutzgründen keine Nummernschilder oder Gesichter erkennen, aber nach Fahrzeugtypen unterscheiden und auch Radfahrende und Fußgänger aufzeichnen. Lange gespeichert werden die entstandenen Videos aber nicht. Stattdessen werden die Aufnahmen direkt analysiert.

Die Kameras des Herstellers FLIR funktionieren über Wärmestrahlung auch im Dunkeln und bei jedem Wetter über große Entfernungen hinweg. Damit sind sie rund um die Uhr aktiv und gegenüber der Erfassung durch Induktionsschleifen und Zählungen durch Personal deutlich effektiver, so Kowol. Aktuell seien sie aber noch nicht aktiv.

Hintergrund:

Die Installation der Wärmebildkameras ist der erste Schritt in dem umfangreichen Projekt „Digitale Verkehrssteuerung (DIGI-V)“. 30 Millionen Euro kostet das Verkehrsprojekt, das es so in Deutschland noch nicht gibt. Mit DIGI-V will die Stadt Vorreiter werden im Kampf gegen verstopfte Innenstädte, verschmutzte Luft und lange Staus. Dafür wird ein intelligentes Ampel- und Verkehrsleitsystem installiert. Bis das Projekt aber vollständig einsatzbereit ist, sind noch einige Zwischenschritte nötig, so Kowol am Donnerstag. (ts)

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