Kettenreaktion: Stromausfall in Rüsselsheim während Deutschland-Spiel

Mitten im WM-Spiel Deutschland gegen Ecuador gingen in Rüsselsheim und Umgebung die Lichter aus. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Grund war eine außergewöhnliche Kettenreaktion.

Kettenreaktion: Stromausfall in Rüsselsheim während Deutschland-Spiel

Mitten im WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft ist in der Nacht zum Freitag (26. Juni) in Rüsselsheim und weiteren Teilen Hessens der Strom ausgefallen. Wie die hessenschau berichtet, waren allein in Rüsselsheim zeitweise rund 2.000 Haushalte betroffen. Eine erste kurze Unterbrechung gab es demnach gegen 23:40 Uhr, nach Mitternacht gingen dann zahlreiche Störungsmeldungen bei den Stadtwerken ein.

Ursache für den Ausfall war eine Kombination aus den hohen Temperaturen der vergangenen Tage und der zusätzlichen Belastung des Stromnetzes durch das Fußballspiel. „In vielen Haushalten liefen Fernseher, Ventilatoren und Klimageräte gleichzeitig“, erklärte eine Sprecherin der Stadtwerke. Dies führte zu Defekten an mehreren Kabelmuffen, also den Verbindungsstücken zwischen den Stromkabeln.

„Außergewöhnliche Kettenreaktion“

Die Stadtwerke sprechen von einer „außergewöhnlichen Kettenreaktion“. Durch die defekten Kabelverbindungen kam es zu sogenannten Erdschlüssen, bei denen der Strom in die Erde statt ins nächste Kabel geleitet wurde, was zu weiteren Ausfällen führte. Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Landwehr erklärte: „Dass jedoch mehrere Betriebsmittel nahezu gleichzeitig ausfallen und sich die Auswirkungen gegenseitig verstärken, ist außergewöhnlich.“ Bislang wurden acht beschädigte Kabelmuffen gefunden.

Rund 50 Einsatzkräfte arbeiteten in der Nacht daran, die Versorgung wiederherzustellen. Unterstützung kam dabei auch von den benachbarten Versorgern ESWE aus Wiesbaden und den Mainzer Netzen. Nach etwa zwei Stunden hatten die meisten Haushalte wieder Strom. Lediglich im Rüsselsheimer Stadtteil Haßloch dauerten die Reparaturen am Freitag noch bis in den Nachmittag an. Dort mussten die defekten Kabel mit einem Bagger freigelegt werden.

Auch andere Kreise betroffen

Auch in anderen Regionen kam es zu Stromausfällen. Im Hochtaunuskreis war die Versorgung in Königstein-Falkenstein und Kronberg-Oberhöchstadt am Freitagmorgen für rund 40 Minuten unterbrochen. Als Grund nennt der Netzbetreiber Syna ein defektes Erdkabel. Ebenfalls während des Deutschland-Spiels meldeten Anwohner aus Langenselbold, Erlensee und Neuberg im Main-Kinzig-Kreis Ausfälle, deren Ursache vermutlich ein technischer Defekt an einem Mittelspannungskabel war.