"Überzeugend aber abgehoben“ - Zwei Wiesbadener bei „Höhle der Löwen“

Am Dienstag stellten zwei Wiesbadener ihre Erfindung in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ vor. Wie kam ihre Idee bei den Investoren an?

"Überzeugend aber abgehoben“ - Zwei Wiesbadener bei „Höhle der Löwen“

Die in Wiesbaden geborenen Brüder Laurenz und Leonard Krieger haben sich am Dienstag in die „Höhle der Löwen“ gewagt. Gemeinsam stellten sie den fünf potenziellen Investoren der Vox-Gründershow ihre Erfindung vor und hofften auf einen Deal. 500.000 Euro wollten die Brüder für 15 Prozent Anteile an ihrer Firma „DriveDressy“. Ihre Erfindung: Abnehmbare, bunte Autositzbezüge. Zeigten die „Löwen“ Interesse an dem Produkt der Brüder?

Idee entstand durch Mutter der beiden

Die beiden Gründer waren gleich die ersten, die sich den fünf Investoren und einem Millionenpublikum am Dienstagabend vorstellen durften. Bevor es für sie vor die „Löwen“ ging, erzählten sie aber noch vom Ursprung ihrer Idee. Ihre Mutter hatte sich vor einigen Jahren schönere Sitzbezüge für ihr Auto gewünscht. Also ging Leonard auf die Suche, konnte aber keine finden. Daraus entstand die Idee, individualisierbare, bunte Sitzbezüge herzustellen, die für jedes Auto konfigurierbar sind. Für seine Idee lernte er sogar nähen.

Sein Bruder Laurenz war ebenfalls überzeugt von der Idee und stieg wenig später mit ein. Heute stellen die beiden die Sitzbezüge mithilfe moderner Technologien her, mit der die Maße der Sitze automatisch erfasst werden. Kunden können ihre Bezüge online selbst konfigurieren.

„Deswegen sind wir auch hier, um eben gemeinsam mit dem geeigneten Löwen uns noch ein bisschen größer zu machen.“ - Laurenz Krieger, Gründer

Kurz vor dem Auftritt zeigte sich Laurenz zuversichtlich: „Ich glaube wir haben extrem viele große Hürden genommen, natürlich ist jetzt die größte Aufgabe, die uns bevorsteht, erfolgreich den Markt zu erobern und deswegen sind wir auch hier, um eben gemeinsam mit dem geeigneten Löwen uns noch ein bisschen größer zu machen.“ Und so ging es für sie vor die fünf Investoren.

Erst Interesse, dann Diskussionen

Nachdem die beiden ihre Idee vorgestellt haben, zeigten sich einige Löwen zunächst interessiert. Dagmar Wöhrl konfigurierte sich gleich Rücksitzbezüge für ihre Hunde, Nils Glagau testete, wie man die Bezüge abzieht. „Das ist ja easy, das schafft man auch allein“, sagte er dazu. Schnell folgte aber der erste Diskussionspunkt. Georg Kofler fragte sich, warum bisher kein Autohersteller selbst auf die Idee kam, abnehmbare Sitzbezüge herzustellen und stellte in Frage, ob es überhaupt eine Nachfrage gebe. Die Brüder erklärten daraufhin, dass das Material vieler Bezüge „hässlich und eklig“ sei. Carsten Maschmeyer widersprach daraufhin sofort: „Die sind nicht alle hässlich und es ist nicht alles aus ekligem Material.“ Er könne sich die bunten Designs der Brüder aber ohnehin nicht wirklich in deutschen Städten vorstellen.

„Sie reden von wollen und planen und Sie rufen eine Bewertung von 3,333 Millionen auf. Das passt nicht zusammen.“ - Carsten Maschmeyer, Investor

Besonders schwierig wurde es dann für die Brüder, als es um den Verkauf der Bezüge ging. Als die beiden erklärten, dass sie aktuell nur zehn vorgefertigte Designs verkaufen und es erst in zwei Monaten richtig losgehen würde, stieg der erste Löwe aus. „Sie reden von wollen und planen und Sie rufen eine Bewertung von 3,333 Millionen Euro auf. Das passt nicht zusammen. Das halte ich für zu abgefahren“, sagte Carsten Maschmeyer daraufhin. „Ich bin aus diesen Gründen raus.“

Kein Deal für die beiden Brüder

Auch die anderen vier Investoren schreckte letztendlich die hohe Firmenbewertung ab. Die Brüder diskutierten zwar noch mit dem interessiert erscheinenden Georg Kofler über ihre Zielgruppe und wie sie diese erreichen wollen, am Ende stiegen jedoch alle Löwen aus. „Sie waren überzeugend, aber sie waren ein bisschen abgehoben, ein bisschen arrogant“, fasste Maschmeyer den Auftritt hinterher zusammen.

„Die Löwen waren nicht überzeugt von unserer Idee und von uns.“ - Laurenz und Leonard Krieger, Gründer

Die beiden Gründer wollen jetzt aber vieles aus der Show mitnehmen: „Die Löwen waren nicht überzeugt von unserer Idee und von uns“, sagten die Brüder nach ihrem Auftritt. „Wir werden die Sachen, die kritisiert worden sind, aber auch die Positiven mitnehmen und gehen in eine aufregende Zukunft.“

Erste potenzielle Kunden gefunden

Die Investoren konnten die beiden zwar nicht von ihrer Idee überzeugen, auf ihrer Facebook-Seite haben sich aber schon einige Interessenten gefunden: „Ich bin geflasht und werde definitiv eine neue Kundin von euch - mein Fiat 500 will Flamingobezüge“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere ist sogar schon zur Kundin geworden: „Ich habe schon bestellt und warte sehnsüchtig.“ (nl)

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