Achtjährigen vor ICE gestoßen: Täter vermutlich schuldunfähig

Unterbringung in Psychiatrie soll geprüft werden

Achtjährigen vor ICE gestoßen: Täter vermutlich schuldunfähig

Der Mann, der im vergangenen Juni einen achtjährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen und damit getötet haben soll, ist vermutlich schuldunfähig. Das geht aus einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) hervor.

Der mutmaßliche Täter wurde bereits im vergangenen August von der Haft in eine Psychiatrie verlegt (wir berichteten). Voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres kann bereits der Prozess gegen den Mann 40-Jährigen beginnen. Da er als psychisch krank und schuldunfähig gilt, werde laut FAZ-Informationen aber keine Anklage erhoben, sondern ein Antrag auf Unterbringung in einer Psychiatrie gestellt. Eine Anklageschrift sei bereits an das Gericht gegangen, die Staatsanwaltschaft rechne mit einem baldigen Verfahrensabschluss.

In dem Prozess soll geklärt werden, ob der 40-Jährige aus einer Psychose heraus gehandelt habe. Sollte sich dies belegen lassen, wird auf den Prozess keine Haftstrafe für den Mann, sondern die Unterbringung in einer Psychiatrie folgen. Auch die Ausführung der Tat und die Frage, ob der Mann sich seine Opfer bewusst ausgesucht hatte, wird im Prozess thematisiert werden.

Hintergrund

Am 29. Juli wurde im Frankfurter Hauptbahnhof eine 40-jährige Frau und ihr achtjähriger Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Die Mutter konnte sich zwischen den Gleisen Retten, ihr Kind wurde von dem Zug erfasst und getötet. Der Tatverdächtige soll auch versucht haben, eine weitere Frau auf die Gleise zu stoßen. Diese stürzte jedoch, bevor sie in das Gleisbett fallen konnte. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. (nl)

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