Kulturkneipe „Sabot“ kämpft um ihr Fortbestehen

Fans von Livemusik, guten Gesprächen und klaren Werten gehen seit mehr als acht Jahren in der Kulturkneipe „Sabot“ ein und aus. Jetzt steht die Location vor dem Aus. Das Team sucht eine neue Bleibe.

Kulturkneipe „Sabot“ kämpft um ihr Fortbestehen

„Nun haben wir Gewissheit darüber, dass es keine Zukunft für unsere Kulturkneipe in der jetzigen Form über den 31. März hinaus in der Dotzheimer Straße geben wird“, über diesen Post auf der Facebookseite der Kulturkneipe „Sabot“ zeigten sich viele Stammgäste traurig.

Schon im November schockten die Betreiber des Lokals die Wiesbadener: Nach mehr als acht Jahren steht die Zukunft des Rockkellers auf der Kippe, denn der Mietvertrag in dem Gebäude in der Dotzheimer Straße wird nicht mehr verlängert — und dass daran nichts mehr zu rütteln ist, wurde kurz vor Weihnachten bekannt gegeben.

Mietvertrag nicht verlängert

„In den vergangenen Wochen erreichte uns eine Vielzahl an solidarischen Worten und Schriften, aus denen wir unendlich viel Kraft und Energie schöpfen konnten“, fassen die Betreiber die Reaktionen auf die baldige Schließung zusammen. Für das Sabot-Team steht deshalb fest, es muss weitergehen.

Für die Zeit nach dem Vertragsende sucht das Sabot deshalb eine neue Bleibe. Doch trotz vieler bisheriger Zuschriften, gestaltet sich die Suche laut der Betreiber als schwierig. „100 Quadratmeter für den Laden, Lagerraum, Backstage und Büro wären natürlich traumhaft“, erklärte das Team auf Nachfrage von Merkurist. Via Facebook haben die Betreiber die Wiesbadener jetzt um Hilfe gebeten. Sie hoffen, dass jemand einen Tipp für eine geeignete Location geben kann.

Nicht die erste Hürde

Dabei ist es für die Kulturkneipe nicht das erste Mal, dass sie kurz vor dem Aus steht. Nachdem der Betreiber-Verein das „Sabot“ im Februar 2011 als Ort für Konzerte, DIY-Abende, Lesungen und andere Veranstaltungen eröffnet hatte, musste das Team immer wieder mit Rückschlägen kämpfen. Geld aufzutreiben, um den Laden selbst finanzieren zu können und genug Leute für das Team zu finden, waren immer wieder große Herausforderungen.

Fünf Jahre nach der Eröffnung stand das „Sabot“ zum ersten Mal vor dem Aus. Viele tragende Leute zog es in andere Richtungen, einige wollten die Zügel aus der Hand geben. Auf der Webseite der Kneipe kündigte das Team damals an, das Sabot 2015 schließen zu müssen. Doch es kam nicht dazu. Das „Sabot“ überlebte. Ende 2015 kam dann der nächste große Rückschlag. Das Finanzamt forderte eine Steuernachzahlung von 2000 Euro, sodass der Verein im Jahr darauf fast hätte Insolvenz anmelden müssen. Durch Spenden und die Unterstützung der Gäste konnte sich das „Sabot“ damals aber auch ein zweites Mal vor der Schließung retten.

Hilferuf

So hofft der Verein auch dieses Mal auf die Unterstützung der Wiesbadener. „Aber egal ob Spenden, ob weitere Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Räumlichkeit oder ob Ihr Euer Geld bei unseren letzten Veranstaltungen an der Bar lasst, Solidarität ist eine Waffe, die uns zusammen hält, um gemeinsam weiter die subkulturelle Szene in Wiesbaden zu leben und am Leben zu halten“, so das Team.

Bis zum Vertragsende in der Dotzheimer Straße stehen noch zehn Veranstaltungen im Kalender der Kulturkneipe. Unter anderem ein Punk-Konzert am 28. Dezember und ein Karaoke-Abend Anfang März. Wie sich Facebookkommentaren herauslesen lässt, hoffen Stammgäste bereits, dass die Veranstaltungsreihen möglich schnell in neuen Räumlichkeiten fortgesetzt werden können. (nl)

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