Demonstration gegen den Wolf in Wiesbaden geplant

Naturschützer freuen sich, Nutztierhalter sind besorgt: Der Wolf bahnt sich langsam seinen Weg zurück nach Hessen. Weidetierhalter wollen deshalb demnächst in Wiesbaden demonstrieren, um die Politik auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen.

Demonstration gegen den Wolf in Wiesbaden geplant

Der Wolf wurde vor etwa 150 Jahren in Deutschland ausgerottet. Inzwischen werden aber immer wieder Wölfe gesichtet — auch in Hessen. Die erste Sichtung liegt etwa 15 Jahre zurück. Angriffe auf Menschen hat es seitdem keine gegeben. Immer wieder werden aber Nutztiere wie Schafe gerissen — vermutlich von Wölfen. Während sich Naturschützer über die vierbeinigen Rückkehrer freuen, blicken Weidetierhalter mit Ängsten in eine Zukunft mit mehr Wölfen.

„Die dauerhafte Ansiedlung von Wölfen in Hessen steht kurz bevor. Die Weidetierhalter werden beim Schutz ihrer Herden vor dem großen Raubtier von der Politik allein gelassen“, heißt es in einer Mitteilung des hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung e.V. Nach Ansicht der Weidetierhalter ist eine friedliche Koexistenz von Wölfen und Weidetieren „eine Mär“.

Sie geben zu bedenken, dass Wölfe — zumindest im Vergleich zu Schafen — keinen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten und erwartet endlich Hilfe von der Politik. Die Hirten fühlen sich alleine gelassen und mit leeren Versprechen vertröstet. So haben sie ein Forderungspapier erstellt und fordern unter anderem neue Abwehrmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe wie etwa Elektrozäune, eine Bestandsobergrenze für Wölfe und die Erstellung eines Gutachtens zu den Auswirkungen der Wolfspopulation auf das Ökosystem.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, fordern die Weidetierhalter außerdem zu einer Demonstration in Wiesbaden auf. Am 15. Januar sollen sich deshalb möglichst viele Demonstranten ab 10 Uhr vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof einfinden. Von da ziehen die Tierhalter dann vor den Landtag, um die Politiker auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. (ms)

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