Wiesbadener läuft 120 Kilometer für den guten Zweck

Gemeinsam mit einem Freund ist der Wiesbadener Yves Hellenkamp am vergangenen Wochenende mehr als 100 Kilometer weit gelaufen - von Bingen nach Bonn. Ein Lauf, der die beiden Männer vor einige Herausforderungen stellen sollte.

Wiesbadener läuft 120 Kilometer für den guten Zweck

„Ich kann es vier, fünf Tage später immer noch nicht glauben, dass wir das gemacht haben“, erzählt Yves Hellenkamp. Gemeinsam mit seinem Laufpartner Enrico Fischer aus Bingen ist der Auringer am vergangenen Wochenende 120 Kilometer gelaufen — von Bingen bis nach Bonn. Mit dem Lauf wollten die beiden auf ihre Spendenkampagne für die Kinderkrebshilfe in Mainz aufmerksam machen.

„Wir haben uns gedacht: Bevor die Kinderkrebshilfe deshalb leer ausgeht, müssen wir etwas anderes machen“ - Yves Hellenkamp

Die sollte eigentlich erst während des von Enrico organisierten Charity-Mega-Runs im August in Bingen stattfinden. Weil noch nicht klar ist, ob der Binger Lauf wegen der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden kann, haben sich die beiden Läufer etwas anderes überlegt. „Wir haben uns gedacht: Bevor die Kinderkrebshilfe deshalb leer ausgeht, müssen wir etwas anderes machen“, erzählt Yves, der den 52-Kilometer-Lauf im vergangenen Jahr gewonnen hat.

Blasen an den Füßen, Schmerzen am Knie

„Enrico wollte schon länger einen 100-Kilometer-Lauf machen, also haben wir überlegt, wie wir das organisieren können“, sagt Yves. Für ihren Ultra-Lauf planten die beiden die Strecke, „von B nach B, also von Bingen nach Bonn“, und organisierten Sponsoren. „Außerdem hatten wir zwei Fahrrad-Staffs dabei, die uns unterwegs mit Wasser und Snacks versorgt haben“, so Yves.

Los ging es für die beiden Läufer am vergangenen Samstag (30. Mai) um 5:20 Uhr am Rhein-Nahe-Eck. „Die ersten 23 Kilometer sind wir stramm marschiert, um unsere Körper erstmal aufzuwecken“, erzählt Yves. „Dann sind wir leicht losgejoggt.“ Doch wirklich lange ging das nicht gut: Enrico hatte Blasen an den Füßen und bekam Leistenschmerzen beim Joggen, beim Gehen wiederum tat Yves die Kniekehle weh. „Wir haben dann ab Kilometer 60 entschieden, dass wir uns aufsplitten“, erzählt der Auringer. So konnte jeder in seinem Tempo weitermachen.

Emotionale Ankunft in Bonn

„Ich habe glaube ich drei Mal kurz angefangen zu weinen, weil ich sowas echt noch nie gemacht habe.“ - Yves Hellenkamp

Und Bonn rückte näher. „Dann stand es auf einmal auf einem der Schilder am Weg“, sagt Yves. „Ich habe glaube ich drei Mal kurz angefangen zu weinen, weil ich sowas echt noch nie gemacht habe.“ Nach knapp 16 Stunden und 120 Kilometern kam Yves in Bonn an — und parallel knackte Enrico die 100 Kilometer. „Wir wurden dann von Enricos Papa in Bonn nacheinander eingesammelt. Das war ein Gefühl, da anzukommen, das man nicht beschreiben kann“, so Yves.

Das Feedback, dass die beiden Läufer auf der Strecke bekamen, war durchweg gut. „Unterwegs haben einige Fahrradfahrer oder Passanten angehalten, mit uns geredet und direkt für die Kinderkrebshilfe gespendet“, erzählt Yves. Darunter seien auch Menschen gewesen, die selbst oder im Familienkreis von der Krankheit betroffen seien. Das Spendenfenster wollen die beiden Läufer auch jetzt noch offen lassen — für maximal eine weitere Woche.

„Mein linkes Bein sagt sofort nochmal, rechts aber eher noch nicht“ - Yves Hellenkamp

Darauf, dass der ursprüngliche Lauf in Bingen im August stattfindet, hoffen die beiden dennoch. „Enrico würde sich darüber sehr freuen“, sagt Yves. „Auch wenn es besondere Hygieneanforderungen oder eine eingeschränkte Teilnehmerzahl gibt.“ Ansonsten könnten Yves und Enrico sich auch vorstellen, eine ähnliche Aktion erneut zu starten — zumindest nach einer kleinen Pause. „Mein linkes Bein sagt sofort nochmal, rechts aber eher noch nicht“, sagt Yves und lacht.

Wer sich ebenfalls an Enricos und Yves’ Spendenaktion für die Kinderkrebshilfe beteiligen will, kann entweder über GoFundMe oder via Paypal (charityrun-bingen@web.de) spenden. Die beiden bevorzugen PayPal, weil dort keine Gebühr vom Spendenbetrag abgezogen wird. (js)

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