Vom Rohstoff zum Fingerring

Bloß nichts von der Stange: Das ist das Motto vieler Kreativer, die in Wiesbaden Kleidung und Accessoires produzieren. Wir stellen Euch einige der Labels vor und blicken in ihre Werkstätten. Im erste Teil geht es um den Schmuck von „Rohstoff“.

Vom Rohstoff zum Fingerring

Paris, New York und London - sie alle sind bekannte Fashionmetropolen. Doch auch in Wiesbaden gibt es Designer und Künstler, die mit Kleidung und Accessoires den Streetstyle der Stadt definieren. Dabei bringen sie vor allem eines mit: Kreative Stücke, die nicht von der Stange stammen. Ein Designer mit ausgefallener Geschäftsidee ist Ciaron Hausmann. Er kreiert Schmuck auf Anfrage - und hat hierfür seine eigene Herstellungsmethode und seinen eigenen Stil entwickelt.

Aus rohen Stoffen

Im Westend hat Hausmann vor etwa zwei Jahren sein Atelier mit Showroom bezogen - „Rohstoff“ heißt sein Label. Der Begriff drücke aus, was in den Schmuckstücken drinsteckt. „Außerdem beschreibt das Wort den Stil. Denn bei mir gibt es keine aufpolierten Stücke“, sagt der Künstler. Das spiegelt sich auch in seiner Einrichtung wider. Die schicken Präsentationskästen hängen an untapezierten Wänden, die Metalllampen stammen aus dem Baumarkt und die Deko ist Vintage.

An der Werkbank im Hinterzimmer schafft Ciaron seine Stücke von Hand. Alle Teile sind Unikate, die nicht nur von Wiesbadenern erworben werden. „Ich besuche regelmäßig Messen und Veranstaltungen, auf denen ich meine Arbeiten präsentiere“, erzählt der gelernte Goldschmied. Auch Aufträge aus den Niederlanden habe er so schon bekommen. In Absprache mit den Kunden arbeitet er erste Ideen zu Zeichnungen und Entwürfen aus, die dann später in seinem Atelier zu Schmuckstücken werden.

Bildenden Kunst

„Bei Rohstoff arbeite ich mit Methoden aus der Bildhauerei.“ - Ciaron Hausmann

„Ich wollte schon immer einen kreativen Beruf ausüben“, so Hausmann. Die Ausbildung zum Goldschmied in Biebrich sei zufällig zustande gekommen. Nach einigen Jahren im Beruf hat er dann die Zeichenakademie in Hanau besucht und beschlossen, sich selbstständig zu machen. „Bei Rohstoff arbeite ich mit Methoden aus der Bildhauerei“, erklärt er. So fertigt er in einem ersten Schritt Modelle aus Wachs an, die wiederum als Vorlagen für Gussformen dienen.

„Inspiriert war ich schon immer von Geistercomics, Musik und der Skateboardszene.“ - Ciaron Hausmann

In seinen Schmuckstücken verarbeitet Ciaron vor allem Silber. Aber auch Ebenholz und Bronze werden bei ihm zu Ringen, Armbändern und Anhängern verarbeitet. „Inspiriert war ich schon immer von Geistercomics, Musik und der Skateboardszene“, sagt Ciaron. Motive, die sich in seinem Schmuckstücken wiederfinden sind deshalb vor allem Plattenspieler und Skulls. „Aber meine Totenköpfe entwerfe ich immer mit einem lächelnden Auge“, so der Künstler.

Unikate für jeden Tag

Das Wichtige an seinen Schmuckstücken sei Ciaron Hausmann der Unikat-Status. Zwar liegen in seinem Showroom auch Ringe und Ketten aus kleinen Serien aus, aber diese sieht er hauptsächlich als Ideenvorlagen für seine Kunden. „Die meisten Aufträge beginnen mit einer Skizze“, sagt er. Laufkundschaft habe er deshalb wenig. Stattdessen empfängt er im Showroom seine Kunden meistens erst dann, wenn sie die fertigen Arbeiten abholen. „Ich würde den Schmuck aber als alltagstauglich bezeichnen - gerade weil oft so viel Persönliches im Design steckt“, so der Künstler. Vor Kurzem stellt er zum Beispiel individuelle Eheringe für ein Paar her.

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