Die Toten Hosen rocken den Schlachthof zum Geburtstag der Black Devils

Seit 50 Jahren gibt es den Motorradclub „Black Devils“ aus Wiesbaden. Fast genauso lange herrscht eine enge Freundschaft zwischen den Bikern und der Punkrock Band „Die Toten Hosen“. Zum Jubiläum des Clubs trat die Düsseldorfer Band in Wiesbaden auf.

Die Toten Hosen rocken den Schlachthof zum Geburtstag der Black Devils

„Sie waren dabei, als wir unser 24-jähriges Bestehen gefeiert haben, sie waren bei 40 Jahren dabei und sie sind auch heute gekommen“, kündigte ein Mitglied des Wiesbadener Motorradclubs Black Devils am Samstagabend die Toten Hosen im Schlachthof an. Schon seit Freitag haben die Biker das Gelände rund um die Konzertlocation in ein Festival-Areal verwandelt. Als Top-Act trat die Düsseldorfer Punkrock-Band am Samstag auf, um den 50. Geburtstag der Black Devils zu feiern.

Ausverkaufte Halle

Mit mehr als 1000 verkauften Tickets füllte sich die große Halle zwar schnell, doch für die Toten Hosen, die normalerweise ganze Fußballstadien füllen, war es ein intimes Konzert. Neben Mitgliedern der Black Devils und einigen Wiesbadenern, waren es vor allem langjährige Fans, die sich in den Reihen tummelten. Mitten unter ihnen auch Torsten aus Idstein. Er bekam von den Gastgebern des Abends das allererste Ticket — nachdem er sich mit einem Campingstuhl vor der Vorverkaufsstelle des Schlachthofs einnistete, um beim Verkaufsstart einen guten Platz in der Reihe zu bekommen (wir berichteten).

„Und es hat sich jede Sekunde des Wartens gelohnt.“ - Fan Torsten

„Und es hat sich jede Sekunde des Wartens gelohnt“, fasst der Fan am Ende des Abends zusammen. Die rund zweistündige Live-Show verfolgte er von der ersten Reihe aus, und konnte die Setliste der Band gut mit anderen Konzerten vergleichen. „Sie haben heute eine gute Mischung aus neuen und alten Songs gespielt“, fasst er kurz nach dem Gig zusammen. Neben Songs vom aktuellen Album „Laune der Natur“ wie dem Sommerhit „Wannsee“, packten die Musiker nämlich auch einige Stücke aus ihren frühen Bandjahren aus, etwa „Achterbahn“ von 1990 und „Armee der Verlierer“ aus den 1980er-Jahren.

Freundschaft seit den 1980er Jahren

„Wir sind zu einer Familie geworden.“ - Sänger Campino

Genau das sei auch die Zeit gewesen, in der die Band die Black Devils kennengelernt habe, erzählte Sänger Campino. Angefangen habe alles 1984 bei einem Konzert in der Frankfurter Location „Batschkapp“. Dort habe die Band Motorradclub-Mitglied Manfred Meyer getroffen. Später gründete er eine Security-Firma. Mitglieder der Black Devils sind bis heute mit der Punk-Rock auf Tour. Man könne sich aufeinander verlassen, so Campino, „wir sind zu einer Familie geworden“, sagt er.

Auf der Geburtstagsfeier des Motorradclubs zu rocken, sei deshalb Ehrensache für die Band gewesen — und soll bei der nächsten Gelegenheit wiederholt werden. „Wir sehen uns zum 55. wieder“, verabschiedete sich der Sänger nach dem Konzert vom Wiesbadener Publikum. Dabei geht das Jubiläums-Festival der Black Devils auch am Sonntag noch weiter. Bis zum Abend haben die Zelte und Pavillons auf der Wiese des Kulturparks geöffnet. Dort warten kleinere Bühnen, Streetfood-Stände, eine Tattoo-Convention und jede Menge Motorräder auf die Besucher. Der Eintritt ist frei. (nl)

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