Viele Hitzenotfälle in Wiesbaden

In der vergangenen Woche hatten die Rettungsdienste und Krankenhäuser der Stadt aufgrund der vielen heißen Tag einiges zu tun. Auch junge Leute unterschätzen die Hitze häufig.

Viele Hitzenotfälle in Wiesbaden

Über 100 Rettungsdiensteinsätze und Krankentransporte an nur einem Tag, volle Notaufnahmen und viele schmerzende Köpfe: Die Hitzewelle in der vergangenen Woche hat nicht nur die Wiesbadener in ihrer Freizeit in Atem gehalten, sondern auch das Personal der Krankenhäuser der Stadt.

Viele unterschiedliche Patienten

„Normalerweise nehmen die Rettungsdiensteinsätze und Patientenbesuche in den Notaufnahmen zu den Sommerferien ab. Dies ist dieses Jahr aufgrund der Wetterlage nicht so“, erzählt Dr. Nico Sartory, Klinikdirektor Notfallmedizin und Leiter der Zentralen Notaufnahme an der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Dotzheim von seinen Erfahrungen der letzten Woche. Während der heißen Tage waren einige Patienten sogar so sehr geschwächt, dass sie von Rettungswagen in die Klinik gebracht werden mussten.

„In der vergangenen Woche hatten wir tatsächlich mehr Hitzekollaps-Fälle, der Höhepunkt war dann am Sonntag.“ - Susanne Schiering-Rosch, Joho

Ähnlich sah es im St. Josefs-Hospital (Joho) aus. „In der vergangenen Woche hatten wir tatsächlich mehr Hitzekollaps-Fälle, der Höhepunkt war dann am Sonntag“, sagt Susanne Schiering-Rosch, Sprecherin des Krankenhauses. In diesem Jahr neu gewesen sei, dass neben Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen auch mehr jüngere, gesunde Leute in die Notaufnahme kamen: „25-Jährige waren darunter, die nichts gegessen und getrunken, sich überanstrengt oder sich einfach zu lange in der Sonne aufgehalten hatten.“

„Auch die Konzentration vieler Menschen sinkt, wodurch auch mehr Unfälle passieren.“ - Dr. Nico Sartory, HSK

In beiden Krankenhäusern waren die häufigsten Diagnosen Sonnenstiche und Hitzschläge. Aber: „Auch die Konzentration vieler Menschen sinkt, wodurch auch mehr Unfälle passieren“, so Dr. Nico Sartory von den HSK.

Hitze kann lebensgefährlich werden

Dass die Hitze lebensgefährlich werden kann, zeigt auch eine Studie des Robert-Koch-Instituts zu hitzebedingten Sterbefällen. Demnach sind in Hessen 2018 etwa 740 Personen aufgrund von Hitzefolgen gestorben. Ungefähr genauso hoch war die Zahl der Hitzetoten nur im Hitzesommer 2003. Besonders oft waren dabei ältere Menschen betroffen. Aussagekräftige Zahlen dazu, ob die Hitze in diesem Jahr auch in Wiesbaden Tote gefordert hat, gibt es nicht. Vor allem auch, weil nicht jeder Todesfall ausschließlich auf die Hitze zurückzuführen ist. Dr. Sartory von den HSK lagen dazu keine Zahlen vor, im Joho sind glücklicherweise noch keine Todesfälle bekannt.

Sowohl Dr. Sartory, als auch die Mitarbeiter der Notaufnahme des Joho warnen an heißen Tagen vor allem vor einem Hitzschlag, denn der kann — egal ob alt, oder jung, gesund, oder mit Vorerkrankung — tödlich enden.

Wie Ihr Euch vor einem Hitzschlag schützt, erfahrt Ihr hier

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