Wiesbadener Krankenhäuser bereiten sich auf Corona-Fälle vor

Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen. In den vergangenen Tagen wurden immer mehr Fälle bekannt. Zwar ist in Hessen bislang noch niemand daran erkrankt, die Wiesbadener Krankenhäuser sehen sich dennoch bereits gut gerüstet.

Wiesbadener Krankenhäuser bereiten sich auf Corona-Fälle vor

„Die Corona-Epidemie ist in Europa angekommen“, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auch in Deutschland sind — Stand Donnerstagmorgen — 27 Fälle bekannt. Und auch wenn das Virus mit dem Namen COVID-19 noch nicht in Hessen angekommen zu sein scheint, rüsten sich die Kliniken in Wiesbaden schon für etwaige Erkrankte.

„Als Krankenhaus der Maximalversorgung sind wir auf Infektionskrankheiten gut vorbereitet“, sagt Anja Dörner von den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Man arbeite streng nach einem Hygieneplan auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) und stehe „in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Wiesbaden“, so Dörner.

Arbeit nach Leitlinien des Robert-Koch-Instituts

Sollte ein Verdachtsfall zur Behandlung eingeliefert werden, seien die notwendigen hygienischen, medizinischen und baulich-technischen Voraussetzungen in den HSK gegeben. „Wir sind darüber hinaus in die Pandemiepläne des Landes Hessen eingebunden“, erklärt Dörner. Die HSK arbeiten nach einer Orientierungshilfe des RKI zur „COVID-19 Verdachtsabklärung und Maßnahmen“. Dazu gehört es auch, den Aufenthalt von Patienten in COVID-19-Risikogebieten oder den Kontakt zu einem bestätigten Erkankungsfall zu erfragen. „Die Krankheitssymptome ähneln denen anderer akuter Atemwegsinfektionen. Wichtig ist, Verdachtsfälle umgehend zu erkennen und abzuklären“, sagt Dörner.

„Die Leitlinien werden genau umgesetzt, alle Mitarbeiter sind genauestens geschult.“ - Susanne Schiering-Rosch, JoHo

Auch im St. Josefs-Hospital Wiesbaden (JoHo) arbeitet man nach den Leitlinien des RKI. „Selbstverständlich sind wir sowohl auf Verdachtsfälle als auch auf konkrete Fälle gut vorbereitet“, sagt Susanne Schiering-Rosch vom JoHo. „Die Leitlinien werden genau umgesetzt, alle Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Bereich sind genauestens instruiert und geschult.“ Das Team stehe in einem ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt, dem hessischen Sozialministerium, dem Kompetenzzentrum der Uniklinik Frankfurt und dem RKI. Informationen zu dem Virus und seiner Ausbreitung werden täglich aktualisiert.

Einen konkreten Verdachtsfall gab es im JoHo noch nicht, „aber viele Patienten, die beunruhigt sind und sich entweder Sorgen wegen eines kürzlichen Aufenthalts in Italien oder wegen einer möglichen Symptomatik Sorgen machen“, sagt Schiering-Rosch. Wie der Chefarzt der Notfallmedizin des JoHo, Dr. Thomas Schneider, erklärt, mehren sich diese Fälle derzeit.

Zwei Patienten zur Corona-Abklärung

In den HSK wurde bei bislang zwei Patienten eine Coronavirus-Abklärung verursacht. Sie sei aber jeweils negativ ausgefallen, so Dörner. „In unserer Region ist eher mit anderen akuten Atemwegsinfektionen und auch Influenza-Fällen zu rechnen“, erklärt sie. „Daher sind Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten überall und jederzeit angeraten.“

Diese Fälle bereiten auch den JoHo-Mitarbeitern eher Sorgen: „Momentan müssen mehrere Influenza-Fälle mit schweren Verläufen intensivmedizinisch versorgt werden“, sagt Schiering-Rosch. „Eindringlicher Appell daher, dass die Influenza nicht aus unserem Bewusstsein verdrängt wird und dass die Grippeschutzimpfung wahrgenommen wird.“

„Es gibt keinen Grund zur Panik.“ - Sandra Cisek, Uniklinik Frankfurt

Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose erklärt, man habe den öffentlichen Gesundheitsdienst rechtzeitig in besondere Alarmbereitschaft versetzt. Man stehe in regelmäßigem Kontakt zu allen wichtigen Akteuren und Einrichtungen, um schnell und angemessen auf mögliche Infektionen reagieren zu können. „Wir sind bei bestehendem Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung gut vorbereitet, um erforderliche Schutzmaßnahmen im Umgang mit Patienten und Kontaktpersonen durchzuführen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern“, sagt Klose. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Auch für einen möglichen Anstieg der Infektionszahlen in Hessen sind wir gut vorbereitet“, beruhigt auch Prof. Sandra Ciesek, Direktorin des Institus für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. (js)

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