Wie finanziert sich der Weihnachtscircus?

Für den „Wiesbadener Weihnachtscircus“ wurden auch in diesem Jahr wieder viele Frei- und Ermäßigungskarten verteilt. Eine Merkurist-Leserin wundert sich über die Großzügigkeit des Circus und fragte: Wie finanziert sich dieser überhaupt?

Wie finanziert sich der Weihnachtscircus?

Seit dem 22. Dezember heißt es im Wiesbadener Weihnachtscircus bereits zum fünften Mal „Manege frei!“ Noch bis Sonntag können Zuschauer exotische Tiere, waghalsige Akrobaten und allerhand Artisten im Zirkuszelt auf dem Festplatz Gibber Kerb in Biebrich bestaunen. Ob der Vertrag für den Zirkus noch einmal verlängert wird, wird derzeit rege diskutiert.

„Alle, die was in der Hand hatten, hatten Freikarten.“ - Sa Fi

Auch Merkurist-Leserin Sa Fi hat am 30. Dezember eine Vorstellung besucht. Vor Ort wunderte sie sich jedoch über die hohe Zahl an Besuchern, die das Zelt mit einer Freikarte betraten: „Am Eingang war eine Schlange bis zur Kasse, und alle, die was in der Hand hatten, hatten Freikarten.“ Auch sie selbst hatte von einer Freundin Freikarten erhalten, mit denen sie die Vorstellung kostenlos besuchte. „Wir haben uns dann gefragt, ob der Zirkus von der Stadt Wiesbaden bezahlt wird.“ Sie sagt, sie habe sich sogar Sitzplätze aussuchen können, da die Vorstellung nicht ausgebucht war. In einem Snip wollte sie daher wissen, wie sich der Weihnachtscircus eigentlich finanziert, wo doch scheinbar so viele Freikarten ausgehändigt wurden.

Weihnachtsgeschenke

„Nicht jeder kann sich einen Besuch am Rande unserer Manege leisten.“ - Michael Wagner

Laut Michael Wagner, Pressesprecher des Wiesbadener Weihnachtscircus, werden die Ermäßigungs- und Freikarten zu Werbezwecken verteilt. „Nicht jeder kann sich einen Besuch am Rande unserer Manege leisten“, sagt er. Der Zirkus finde jedoch, dass sich gerade zu Weihnachten alle „ein paar Minuten Auszeit vom Alltag“ im Weihnachtscircus leisten können sollten. Die Freikarten sind also auch eine Art Weihnachtsgeschenk an die Wiesbadener.

Trotzdem bleibe von den Eintrittsgeldern noch immer genug übrig, um die Kosten zu decken. Außerdem bietet der Zirkus im beheizten Foyer-Zelt ein vielfältiges Gastronomieangebot. An mehreren weihnachtlichen Buden werden Speisen und Getränke serviert. „Leider ist der Zirkus in Deutschland noch nicht als Kulturgut anerkannt und erhält daher auch keinerlei Unterstützung“, so Wagner.

Gutes Jahr für den „Weihnachtscircus“

„Wir konnten einen Anstieg der Besucherzahlen feststellen.“ - Michael Wagner

In diesem Jahr sei man beim Weihnachtscircus sehr zufrieden mit den Zuschauerzahlen gewesen, wie Wagner sagt. „Im Vergleich zu den vorherigen Jahren können wir einen Anstieg der Besucherzahlen feststellen.“ Das liege unter anderem an dem Programm der Artisten. „Besonders das 'US-Todesrad' und unsere Hochseildarbietung kommen in diesem Jahr sehr gut bei dem Publikum an.“

Die Zukunft des Weihnachtscircus auf dem Festplatz Gibber Kerb ist trotzdem ungewiss. Zwar würden die Verantwortlichen gerne auch im kommenden Jahr auftreten, im vergangenen Jahr wurde der Vertrag mit der Kerbgesellschaft in Biebrich allerdings gekündigt. Nach den Vorstandswahlen im Februar wolle man darüber beraten, ob die Artisten und Dompteure auch weiterhin auf dem Festplatz aufschlagen dürfen.

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