Ermittlungen zu Busunglück am Hauptbahnhof laufen auf Hochtouren

Einen Monat nach dem tödlichen Busunglück am Wiesbadener Hauptbahnhof liegt noch immer keine Information über die Unfallursache vor. Die Ermittler stehen vor einem riesigen Berg an Daten, den es auszuwerten gilt.

Ermittlungen zu Busunglück am Hauptbahnhof laufen auf Hochtouren

Am Samstag ist es einen Monat her, dass ein Bus der ESWE Verkehr von der Bahnhofstraße aus über den Grünstreifen auf dem 1. Ring in eine Haltestelle vor dem Hauptbahnhof gekracht ist. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, ein Mann sogar tödlich.

Am Tag nach dem Unglück gingen die Behörden noch davon aus, dass die Ursache für die tragische Unfallfahrt im Laufe der nächsten Woche vorliegen werde. Einen Monat später gibt es darüber aber noch immer keinen Aufschluss. In den sozialen Medien spekulieren Nutzer über die Hintergründe, andere verbreiten bewusst falsche Nachrichten, die einen Anschlag nahelegen sollen.

Flut an Informationen

Vielmehr ist es aber die bloße Masse an Informationen, die die Ermittler auswerten müssen, die dafür sorgt, dass die Unfallursache noch immer nicht abschließend bekanntgegeben werden konnte. Ein Sprecher der ESWE Verkehr erklärte, dass es insgesamt 64 Zeugenaussagen, Videos der Verkehrsüberwachung, Videoaufnahmen aus dem Inneren des Busses und des Fahrerplatzes sowie die Festplatte und den Fehlerspeicher des Busses auszuwerten gelte.

Auch ein Sprecher der Polizei Westhessen betont, dass vor allem die Erstellung des technischen Gutachtens sehr aufwändig sei und sich wahrscheinlich noch bis ins nächste Jahr ziehen werde. Das sei alleine auch aufgrund der Größe der Unfallstelle viel Arbeit.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Als „nicht ungewöhnlich“ sieht auch Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn die Dauer der Auswertungen an. „Insbesondere liegt das unfallanalytische Sachverständigengutachten noch nicht vor“, so Kuhn gegenüber Merkurist. Das sei sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch aufgrund der Komplexität aber nichts Außergewöhnliches.

„Entsprechend liegen auch noch keine definitiven Ergebnisse zur Unfallursache vor“, sagt Kuhn und ergänzt: „Vor Vorliegen dieser Ergebnisse kann ich auch keine Auskünfte zur Ursache geben.“

Fahrer schweigt weiterhin

Der Fahrer des Unfallbusses, ein 65-jähriger Mann, schweigt zu dem Unfall. „Er hat sich bislang noch nicht geäußert“, bestätigt Oberstaatsanwalt Kuhn. Einen Grund dafür habe er nicht geäußert. „Hierzu ist er aber auch nicht verpflichtet und es ist auch nicht üblich“, so Kuhn.

Wie ein ESWE-Sprecher angibt, sei der Busfahrer nach einer Woche wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er befinde sich in einem „absoluten Tief“ und wolle psychologische Betreuung in Anspruch nehmen. (ms)

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