Warum die Fußballwelt über ein SVWW-Spiel diskutiert

Weil der SVWW im Heimspiel gegen Stuttgart einen umstrittenen Elfmeter in der Nachspielzeit bekam, hat der VfB Einspruch beim DFB eingelegt. Die Szene zeigt einmal mehr, dass der Videoschiedsrichter den Fußball nicht per se „gerechter“ macht.

Warum die Fußballwelt über ein SVWW-Spiel diskutiert

Es läuft bereits die 7. Minute der Nachspielzeit in der Wiesbadener Brita-Arena, als Schiedsrichter Sascha Stegemann auf den Punkt zeigt. Elfmeter für Wehen Wiesbaden gegen den VfB Stuttgart, und das beim Stand von 1:1. Tietz verwandelt und sorgt somit für drei Punkte für den SVWW. Doch hätte man den Elfer im Spiel am 17. Mai überhaupt geben dürfen?

Um Fehler unter anderem bei Elfmeter-Entscheidungen zu vermeiden, gibt es eigentlich den Videoassistenten (VAR). Bei einer klaren Fehlentscheidung des Schiedsrichters schalten sich die Video-Schiris ein, außerdem kann der Schiedsrichter sich knifflige Szenen noch einmal auf einem Monitor am Spielfeldrand anschauen.

Schiedsrichter kann Situation nicht erkennen

Genau das tat Stegemann in dem Geisterspiel auch. Dabei konnte man aufgrund der fehlenden Zuschauer am TV auch ganz genau hören, wie er sich mit den Video-Schiedsrichtern unterhielt. „Ich seh’ gar nichts“, waren die Worte, die gleich mehrfach fielen. Trotzdem gab er am Ende Elfmeter.

Dabei soll Video-Schiedsrichter Robert Kampka die Szene besser erkannt haben und seinem Kollegen via Funk mitgeteilt haben, dass Stuttgarts All Ghaddioui den Ball mit der Hand gespielt hat. Und obwohl er es nicht selbst erkennen konnte, entschied Stegemann auf Strafstoß. „Ein Skandal“, wie Sven Misslintat, Sportdirektor des VfB im Anschluss erklärte.

VfB legt Einspruch ein

Daher hat der Verein auch Einspruch beim DFB eingelegt. „Wenn der VAR so ins Spiel eingreift, in dieser Art und Weise, muss man die Anwendung des VARs neu diskutieren. Wir sind nicht in der Lage, das vernünftig einzusetzen, sondern es ist eine extreme Willkür im Einsatz des VAR.“

Und die Wiesbadener? Die sehen den Einspruch gelassen. Wie Sportdirektor Christian Hock erklärte, könne er die Reaktion der Stuttgarter zwar nachvollziehen, „um von dem Ergebnis abzulenken“. Einen Erfolg des Einspruchs schätzt er aber als gering ein. Zumal der DFB in einer Stellungnahme die Richtigkeit des Elfmeters bereits bestätigt hatte und ähnliche Einsprüche bislang allesamt zurückgewiesen wurden. (ab)

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