Bunte Steine erobern jetzt auch Schierstein

Mit Sprüchen und bunten Motiven werden in Schierstein derzeit viele kleine Kiesel verziert. Sie sollen dann für ein Suchspiel im Stadtteil ausgesetzt werden. In anderen Städten hat sich aus dem Konzept schon ein regelrechter Hype entwickelt.

Bunte Steine erobern jetzt auch Schierstein

Wer die Sonnenstunden derzeit für einen Spaziergang in Schierstein — zum Beispiel an der Hafenpromenade — nutzt, der stolpert vielleicht über einen bunt bemalten Stein. Manche tragen Sprüche, die den Tag versüßen sollen, andere sind wie Marienkäfer angemalt, und wieder andere mit bunten Tupfen und Streifen überzogen. Diese so genannten Schiersteine breiten sich derzeit im ganzen Stadtteil aus, und sollen ihn nach Möglichkeit in die ganze Welt hinaus verlassen.

Suchen, finden, posten

Hinter den kleinen Kunstwerken steckt ein Versteckspiel der besonderen Art. Über eine Facebookgruppe haben sich einige Wiesbadener zusammengeschlossen und sich das Bemalen und Aussetzen der Steine zur Aufgabe gemacht. Die bunten Kiesel verschönern sie von Hand und legen sie an die Wegesränder. Wer einen Stein findet, postet ein Foto von ihm am Fundort in einer dazugehörigen Facebookgruppe. Danach nimmt er den Stein mit und versteckt ihn für die nächste Suche an anderer Stelle.

Das Spiel ist dabei nicht neu. Bereits vor rund 30 Jahre soll es „Rheinsteine“ in der Region gegeben haben, erzählt ein Wiesbadener bei Facebook. Die Bilder wurden zwar damals noch nicht bei Facebook hochgeladen, doch die Kiesel wanderten einige Zeit lang durch die Region. Auch in anderen Städten haben sich aktuell Hobbykünstler zusammengeschlossen, um beim Spiel mitzuwirken. In Taunusstein hat Initiatorin Jana Heuckmann schon Anfang des Sommers einen Hype ausgelöst (wir berichteten). Mehr als 800 Mitglieder zählt die Facebookgruppe dort inzwischen — und das in einer Stadt mit rund 30.000 Einwohnern. Sogar ganze Schulklassen bemalen dort schon Steine, die Mitglieder posten Fotos von bunten Fundstücken an öffentlichen Plätzen, auf Brücken und in Blumenbeeten.

Organisation in Facebookgruppe

„Es bereitet eine große Freude, vor allem auch mit Kindern, Steine zu bemalen um sie dann zu verteilen“, heißt es in der Schiersteiner Gruppe. Dabei schreit der Name des Stadtteils am Rhein geradezu nach einer Steinaktion. Knapp über 80 Mitglieder sind schon beigetreten, dabei wurde die Gruppe erst vor weniger als zwei Wochen gegründet. Mitmachen, so heißt es in der Gruppenbeschreibung, kann aber jeder, nicht nur die Schiersteiner. „Es spielt keine Rolle aus welcher Stadt / welchem Land Du kommst, mitmachen kann jeder. Und wer weiß, vielleicht taucht dein Stein aus Wiesbaden, Stuttgart, München, aus der Schweiz .... demnächst ja auf der anderen Seite des Globus wieder auf?“

Wer selbst einen Stein verstecken möchte, sollte sich aber, nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen, an ein paar Regeln halten. So sollten die Steine vor dem Aussetzen mit einem Klarlack überzogen werden, damit sich bei Regen keine Farbpartikel lösen. Bei der Wahl des Verstecks sollte aus hygienischen Gründen darauf geachtet werden, dass der Stein nicht von einem Hund „markiert“ werden kann. Zudem dürfen die Steine nur im öffentlichen Raum platziert werden, Privatgrundstücke, die der Finder zum Aufheben und Fotografieren betreten müsste, sind tabu. (ts)

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