„Tamara“-Betreiber kämpft mit den Corona-Maßnahmen

Ohne die Personenfähre „Tamara“ sind Besuche auf der Rettbergsaue nicht möglich. Doch das Schiff darf derzeit nicht ablegen. Für den Betreiber bedeutet das hohe Einbußen.

„Tamara“-Betreiber kämpft mit den Corona-Maßnahmen

Spaziergänge in Parks und am Rheinufer gehören zum Sommer in Wiesbaden einfach dazu. Wer die totale Entspannung im Grünen und am Wasser sucht, den zieht es auf die Rettbergsauen, die mitten im Rhein zwischen Biebrich und Schierstein liegen.

Doch obwohl die Saison dort normalerweise meist Ende April startet, ist es in diesem Jahr noch ruhig auf der rund 68 Hektar großen Rheininsel. Grund dafür sind Corona-Maßnahmen: Denn sie verbieten derzeit noch den Betrieb des Campingplatzes im Naherholungsgebiet. Auch Spaziergänge sind dort derzeit nicht möglich, denn die Wiesbadener haben keine Möglichkeit die Insel zu erreichen.

Kein Zugang möglich

„Der Zugang über die Schiersteiner Brücke ist aufgrund der Baumaßnahmen nach wie vor gesperrt“, erinnert Thomas Baum, Betriebsleiter vom Bäderbetrieb mattiaqua, der sich um die Freizeitanlage kümmert, an ein Problem, dass schon seit einigen Jahren besteht. Einzige Möglichkeit die Insel zu erreichen ist deshalb eine Fahrt mit der Personenfähre „Tamara“, doch auch die steht im Moment noch still, denn dem Betreiber Adrian Aidoiu liegt derzeit noch keine Betriebserlaubnis für das Ausflugsschiff vor.

„Insgesamt waren das Kosten von 40.000 Euro.“ - Fährbetreiber Adrian Aidoiu

Für Aidoiu bedeutet das im Moment große finanzielle Einbußen. Weil im vergangenen Jahr einige Reparaturen an der Fähre notwendig waren, ist er auf hohe Einnahmen in diesem Sommer eigentlich angewiesen. „Es kamen die Schiffsuntersuchungen, ich musste eine Feuerlöschanlage einbauen, einen neuen Anker und noch vieles mehr. Insgesamt waren das Kosten von 40.000 Euro. Anfang des Jahres habe ich zudem neue Bänke gekauft“, fasst Aidoiu die jüngsten Investitionen in das Schiff aus dem Jahr 1934 zusammen.

Neue Abläufe an Bord

„Absperrungen, um den Mindestabstand einzuhalten sowie Hygienemaßnahmen können schnell getroffen werden.“ - Fährbetreiber Adrian Aidoiu

Wenn weitere Lockerungen des Coronamaßnahmen es wieder erlauben, sei Aidoiu innerhalb einer Woche bereit, wieder zur Insel und zurück zu fahren. Weil er weiß, dass die Gesundheit seiner Crew und der Passagiere nicht gefährdet werden dürfen, habe er sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie die Fahrten in diesem Sommer an Bord aussehen könnten. „Absperrungen, um den Mindestabstand einzuhalten, sowie Hygienemaßnahmen können schnell getroffen werden“, sagt er.

Größere Sorgen machen ihm jedoch die Fahrpläne. Denn um die Ausfälle auszugleichen und die Gehälter, etwa für Matrosen, zahlen zu können, lohne sich für ihn das Rheinpendeln erst ab einer gewissen Anzahl von Passagieren — und die, so Aidoiu, kämen oft zu Stoßzeiten. Denn damit sich der Ausflug auch lohnt, wollen die meisten Inselbesucher erst die letzte Rückfahrt am Abend nehmen. Das könnte, so Aidoius Befürchtung, zum Problem werden, wenn auch auf der Fähre ein Mindestabstand gilt.

Mit mattiaqua stehe der Fähr-Betreiber in ständigem Kontakt. Auf der Insel selbst, so Baum, müssten vor Saisonstart jedoch auch noch Vorbereitungen getroffen werden. Der Betriebsleiter schätzt, dass diese rund zwei Wochen in Anspruch nehmen würden. Aber: „Selbstredend würden wir die Zeit ebenso nutzen, um ein Konzept zur Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen beziehungsweise etwaigen Zugangsbeschränkungen zu erstellen.“ (ab)

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