Ordnungsamt macht verstärkt Jagd auf rücksichtslose Raucher

Mit regelmäßigen Kontrollen und einem Bußgeld von 50 Euro will das Ordnungsamt gegen Zigarettenstummel auf den Straßen kämpfen.

Ordnungsamt macht verstärkt Jagd auf rücksichtslose Raucher

Eine schnelle Kippe auf dem Weg von A nach B, das kennen viele Raucher. Wer die abgebrannte Zigarette aber genauso schnell und achtlos fallen lässt, muss in Wiesbaden bald mit einem fetten Bußgeld rechnen. Das Ordnungsamt macht in diesem Jahr nämlich gezielt Jagd auf Raucher, denen der Weg zum Aschenbecher zu weit ist.

Mehr Kontrollen

Bereits im Mai startete das Amt im Rahmen des Projekts „Sauberes Wiesbaden“ die Aktion, die einen Fokus auf Zigarettenstummel auf Wiesbadens Straßen setzt. Eine große Kontrolle führte zu 32 Verwarnungen innerhalb von vier Stunden — und für viel mediales Aufsehen. Die Aktion wurde nämlich von mehreren TV-Teams begleitet und in regionalen Medien als Vorzeigemodell im Kampf gegen Kippenstummel gezeigt. Auch die Stadtpolizei selbst sah die Aktion als Erfolg. „Oft ist es einfach nur Unachtsamkeit, die Raucher die Zigarettenkippe wegwerfen lässt“, sagte Bürgermeister Oliver Franz. Die Mehrheit der kontrollierten Personen habe nämlich Einsicht gezeigt und die Aktion sogar begrüßt.

Einstimmigen Medienberichten zufolge sollen die Kontrollen deshalb ab diesem Jahr verstärkt durchgeführt werden. Ziel ist dabei vor allem, Bewusstsein bei den Rauchern zu schaffen, so dass sie sich den kurzen Gang zum nächsten Aschenbecher von selbst angewöhnen. Dabei stehen in der Innenstadt und an belebten Plätzen eigentlich genügend Aschenbecher — etwa in die Papiekosmülleimer integriert zur Verfügung. Auf der Strecke vom Römertor bis zum Mauritiusplatz sind es zum Beispiel neun Stück, die meist nur wenige Meter voneinander entfernt liegen.

Hohes Bußgeld

Wer bei den neuen verstärkten Kontrollen erwischt wird, wie er seine Zigarette fallen lässt, dem droht ein Bußgeld. Mit 50 Euro pro Zigarette kassiert die Stadt Wiesbaden dabei deutlich mehr ab als Frankfurt (30 Euro) oder Mainz (20 Euro).

Die neuen regelmäßigen Kontrollen sollen ab 2020 wöchentlich durchgeführt werden. Nachdem das Ordnungsamt sich mit einem Facebookaufruf im Sommer sogar schon an die Wiesbadener gewandt hat, um herauszufinden, an welchen Plätzen die Verunreinigungen am häufigsten zu finden sind, haben sich inzwischen auch schon Schwerpunkte herauskristallisiert. Das Bußgeld kostet zwar in der ganzen Stadt immer gleich viel, häufige Kontrollen — auch durch Beamte in zivil — dürfte es aber vor allem in der Fußgängerzone, am Hauptbahnhof und auf dem Gelände rund um den Schlachthof geben. (nl)

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