Drei kuriose Geschichten aus Wiesbaden

Es gibt Dinge, die gibt's gar nicht. In unserer Reihe „Kuriose Geschichten aus Wiesbaden“ präsentieren wir Euch lustige, verrückte oder einfach nur merkwürdige Storys aus der Landehauptstadt.

Drei kuriose Geschichten aus Wiesbaden

Es gibt sie immer wieder: Geschichten, die uns und unsere Leser schmunzeln lassen. Kuriose Polizeimeldungen, komische Gerichtsfälle und einfach lustige Geschichten. Wir wollen Euch drei davon vorstellen.

Zwergenaufstand

Die Wiesbadenerin Ilona Easley liebt Gartenzwerge. „Sie sind ein Andenken an meine Mutti“, sagt sie. Die hatte vor mehr als 30 Jahren ganze 40 Stück der Mützen-tragenden Figuren auf dem Vordach und den Fensterbänken ihres Hauses in Wiesbaden aufgestellt. Eine Tradition, die Easley nun fortführt. Doch die Sammel- und Deko-Leidenschaft kam nicht überall gut an — zum Beispiel beim Denkmalschutzamt.

Da Easleys Haus denkmalgeschützt ist, verlangte das Amt, dass die Zwerge entfernt werden. „Der gediegene Auftritt der Architektur wird durch die ‘Verzwergung’ gestört, ja ins Lächerliche gezogen“, erklärte das Amt. „Die Zwerge sind daher unverzüglich vom Gebäude zu entfernen.“ Eine Aufforderung, der Easley inzwischen nachkommen musste, da das Wiesbadener Amtsgericht dem Amt für Denkmalschutz Recht gab. „Andere könnten auf die Idee kommen, ihre Cola-Flaschen-Sammlung als Dekoration an ihr Baudenkmal zu schrauben“, war sich das Amt sicher. Ein ganz schöner Zwergenaufstand.

Wo Blinde gegen die Wand geführt werden

Sogenannte taktile Streifen auf dem Boden dienen Menschen mit einer Sehbehinderung als nützliche Orientierungshilfe.Durch die Rillen oder Noppen können sie etwa an Straßen ertasten, wo der Gehweg entlangführt oder sich an Bahnhöfen leichter zum Gleis orientieren. Auch am Wiesbadener Hauptbahnhof finden sich die wertvollen Streifen.

Dumm nur, dass diese hier geradewegs ins Nichts führen. Denn wer sich an Gleis 5 an dem taktilen Streifen orientiert, wird nach einigen Metern ziemlich alleine gelassen, da der Streifen einfach endet. Schlimmer noch: Er führt schnurstracks auf einen Schaukasten zu. Wer sich hier sputet, um seinen Zug noch zu erwischen, kann schon mal eine blutige Nase durch einen unliebsamen Zusammenstoß davontragen. Besonders bitter: Deutlich sichtbar schlängelt sich ein weißer Streifen um den Schaukasten herum. Dieser führt genau den Weg weiter, den das Blindenleitsystem eigentlich auch gehen könnte. Doch der Streifen ist lediglich sichtbar, nicht tastbar.

Zoff mit Zitrusfrüchten

Da kann man nur froh sein, dass der Lkw-Fahrer keine Pflastersteine geladen hatte: Im Oktober des vergangenen Jahres bewarf ein Lkw-Fahrer einen anderen Brummi mitten auf der A3 mit einer Zitrusfrucht. Vorangegangen war ein Überholmanöver, nach dem der schnellere Lkw nach Meinung des anderen Fahrers zu wenig Abstand vor dem Wiedereinscheren gelassen hatte. Der Überholte setzte daraufhin ebenfalls zum Überholen an, fuhr neben seinen Kollegen und bewarf ihn mit der Zitrusfrucht.

Ob es sich dabei um Orangen, Zitronen oder Mandarinen handelte, wurde nicht überliefert. Wohl aber, dass die beiden aus einem Auto heraus bei ihren Zankereien gefilmt wurden. Die Polizei fand den Vorfall übrigens gar nicht lustig: Gegen beide Streithähne wurde ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Gefährdung mit Nötigung eingeleitet. Von wegen, Sauer macht lustig. (ms)

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