Hundesalon-Besitzerin verzweifelt an Corona-Maßnahmen

Wer darf öffnen? Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Die Inhaberin eines Hundesalons will sich gegen die Schließung ihres Ladens wehren, denn in Hessen hat sie Berufsverbot, in benachbarten Bundesländern nicht.

Hundesalon-Besitzerin verzweifelt an Corona-Maßnahmen

Seit dieser Woche dürfen Geschäfte mit einer Größe von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen. Größeren Läden wird das ab Montag, den 4. Mai gestattet. Dann dürfen auch — unter strengen Hygieneauflagen — Friseure wieder ihre Salons öffnen. Doch in Hessen sind damit nur Friseure für Zweibeiner gemeint.

Und genau diese Einschränkung ist es, die Franziska Knabenreich-Kratz fassungslos macht. Die Eltvillerin betreibt den Hundesalon „Feingemacht“ und versteht die Welt nicht mehr. „Als Hundefriseurin habe ich mit der hessischen Verordnung vom 17. März ein Berufsverbot erhalten. Andere, vor allem angrenzende Bundesländer, haben für diese Branche kein Berufsverbot verhängt“, sagt sie. Warum die Regelung nicht einheitlich ist, habe man ihr nicht erklären können.

„Wir können den Kontakt zwischen Menschen auf Null reduzieren.“ - Franziska Knabenreich-Kratz

Dabei zeigt Knabenreich-Kratz Verständnis für die Verordnung, die die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus minimieren soll. „Allerdings hat man sich um die Hundefriseur-Branche wohl recht wenig Gedanken gemacht.“ Wie die Salon-Inhaberin erklärt, könne der Betrieb ihres Geschäfts nahezu ohne Kontakt zwischen zwei Menschen ablaufen. „Wir können ihn auf Null reduzieren“, sagt sie und denkt dabei etwa an eine Schleuse, in der die Tiere empfangen werden könnten.

Flickenteppich durch Förderalismus

Blickt Knabenreich-Kratz über den Rhein in das benachbarte Bundesland Rheinland-Pfalz, so sieht sie dort, etwa in Mainz, dass Hundesalons geöffnet sind — und ärgert sich. „Der Förderalismus ist sicher in vielen Aspekten eine sinnvolle Sache, aber in einer solchen Krise, wo es auch um das wirtschaftliche Überleben kleiner Betriebe geht, sollten die Länder über den Tellerrand schauen und gemeinsame und schnelle Entscheidungen für einzelne Branchen treffen“, findet Knabenreich-Kratz.

Sie hat sich entschlossen, sich nicht mit dieser „Benachteiligung“, wie sie es nennt, abzufinden und kämpft dafür, dass ihr Salon „Feingemacht“ wieder öffnen darf. Bisher hat sie es schon bei der IHK, dem Wirtschafts- und Sozialministerium, der Staatskanzlei und dem Veterinäramt versucht, doch diese „interessiert dieses Thema nicht“, so die Hundefriseurin. Doch notfalls will Knabenreich-Kratz mit einer Klage im Eilverfahren vor das Verwaltungsgericht ziehen. Einer Kollegin in Nordrhein-Westfalen ist das vor dem Verwaltungsgericht Minden bereits gelungen. (js)

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