Das bringt die neue Kastrationspflicht für Wiesbadener Katzen

Eine neue Verordnung der Stadtverordnetenversammlung schreibt eine Kastrationspflicht für Wiesbadener Katzen vor. Das Tierheim unterstützt die neue Regelung und erklärt die Vorteile.

Das bringt die neue Kastrationspflicht für Wiesbadener Katzen

Acht Jahre lang haben Tierschützer in Wiesbaden um eine Verordnung gekämpft, die die Kastration von Katzen für ihre Besitzer zur Pflicht werden lässt. Im Dezember hat die Stadtverordnetenversammlung erneut über den Vorschlag diskutiert und ihn durchgesetzt. Dabei sollten Katzenhalter ihre Tiere am besten jetzt zum Jahresbeginn kastrieren lassen, rät Henriette Hackl, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Wiesbaden und Leiterin des Tierheims. Wiesbaden.

Routineeingriffe

„Die Kastration selbst ist ungefährlich.“ - Henriette Hackl, Tierheim

Die meisten freilaufenden Katzen werden laut Hackl im Frühjahr trächtig, wenn sie auf den Straßen unterwegs sind. Der Eingriff sollte also noch vor den ersten warmen Tagen vorgenommen werden. „Die Kastration selbst ist ungefährlich, bei Katern ist es nur ein kleiner Schnitt und bei Katzen zwar eine größere OP, aber in beiden Fällen Routineeingriffe“, sagt sie. Zudem neigen kastrierte Katzen laut der Expertin nicht so stark zu Revierkämpfen. Dadurch liefen sie weniger Gefahr Unfällen oder Krankheiten ausgesetzt zu werden.

„Ausweise“ für Katzen

Zudem müssen die Wiesbadener Katzen jetzt alle registriert werden. Mit einem Chip unter der Haut tragen die Tiere ihren „Ausweis“ immer bei sich. Wenn ein Tier von zuhause ausbüxt, kann es so schnell zurück zu seinem Besitzer gebracht werden - weil dessen Daten auf dem Chip gespeichert sind. Im Moment tue sich das Tierheim schwer, Fundkatzen in ihr Zuhause zurückzubringen. „Bisher geht das im Durchschnitt nur bei zwei von zehn Katzen, weil sie einfach nicht registriert sind“, sagt Hackl.

Wenn das Tierheim eine Katze findet, führe es eine Kastration durch und verpasse dem Tier auch einen Chip. „Für sie wird so schnell als möglich ein neuer Besitzer gesucht und hoffentlich auch gefunden. Die Katze wird dann auf den neuen Besitzer registriert. Alle Tiere werden zudem von uns durchgeimpft und gegen Parasiten behandelt sowie einer Blutuntersuchung nach bestimmten Krankheiten unterzogen“, erklärt Hackl.

Weniger Ausgaben

Für das Tierheim bedeute die neue Verordnung vor allem Rechtssicherheit: Wenn Fundtiere behandelt werden müssen, kann dies auch gegen den Willen des Besitzers geschehen. Wenn das Tierheim außerdem bald weniger Eingriffe veranlassen muss, spare die Stadt zudem Geld für die Behandlung von Fundtieren - und die Mitarbeiter haben mehr Zeit, um sich um die Tiere im Heim zu kümmern und neue Familien für sie zu finden, fasst Hackl zusammen.

Wer als Katzenhalter die Verordnung nicht einhält, begeht seit Inkrafttreten im Dezember eine Ordnungswidrigkeit - Das gilt auch, wenn die Maßnahmen der Kastration und Registrierung nicht nachgewiesen werden können. Dann kann eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro fällig werden.

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