Führen Corona-Regeln in Schwimmbädern zu mehr Badegästen an Rhein und Main?

Ein Merkurist-Leser hat beobachtet, dass sich in diesem Jahr besonders viele Menschen an den Rhein- und Mainufern aufhalten. Er fragt sich, ob das an den Corona-Auflagen liegt.

Führen Corona-Regeln in Schwimmbädern zu mehr Badegästen an Rhein und Main?

Seit dem 19. Juni öffnen immer mehr Freibäder, Thermalbäder und Freizeiteinrichtungen wie die Rettbergsauen wieder ihre Türen — allerdings unter Corona-Bedingungen. Wer baden gehen will, muss sich an Regeln halten, um sich und andere zu schützen. Merkurist-Leser Michael will an den vergangenen heißen Tagen beobachtet haben, dass besonders viele Menschen in Rhein und Main baden gehen. Er fragt sich, ob das an den Corona-Auflagen in Bädern und Seen liegt. Gehen in diesem Jahr deshalb tatsächlich mehr Wiesbadener an Rhein und Main baden und dafür weniger in Schwimmbädern?

„Eine proportional übermäßige Nutzung der Bademöglichkeiten an den südhessischen Flüssen kann derzeit seitens der Hessischen Wasserschutzpolizei nicht beobachtet werden.“ - Angela Mayer, Bereitschaftspolizeipräsidium

„Saisonal bedingt halten sich in den Sommermonaten bei schönem Wetter an den örtlichen Badestellen an Rhein und Main viele Menschen auf“, sagt Angela Mayer vom Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium. „Eine proportional übermäßige Nutzung der Bademöglichkeiten an den südhessischen Flüssen kann derzeit seitens der Hessischen Wasserschutzpolizei nicht beobachtet werden.“

Wenige Badegäste an verbotenen Stellen

Auch an gefährlichen Stellen, an denen das Baden verboten ist, wie 100 Meter oberhalb und 50 Meter unterhalb von Brücken, Hafeneinfahrten, Umschlagstellen, Schiffsanlegestellen, Fähranlagen, Schleusen und Wehren sei kein Anstieg der Badegäste zu vermelden. „In den meisten Fällen halten sich derzeit die Menschen an diesen Stellen an die Verbote.“ Die Gefahren, die das Schwimmen in offenen Gewässern mit sich bringen, würden aber weiterhin sehr oft unterschätzt. Darauf weist auch der DLRG immer wieder hin und warnt davor (wir berichteten).

Betriebsleiter der Schwimmbäder zeigt sich zufrieden

In den Schwimmbädern der Stadt ist man zumindest nach den ersten Tagen seit der Eröffnung unter Corona-Bedingungen zufrieden. Die Betriebsleitung von mattiaqua begrüßte die ersten Gäste der jeweiligen Bäder persönlich und konnte sich so einen Eindruck über die Stimmung verschaffen. „Man hat hier sehr deutlich gemerkt, wie groß die Vorfreude – allen voran der Stammgäste - gewesen ist, endlich wieder ihrem Hobby nachgehen zu können“, sagt Betriebsleiter Thomas Baum.

„Manch einer wird zudem vielleicht auch aus reiner Vorsicht zunächst auf einen Freibadbesuch verzichten.“ - Thomas Baum, Betriebsleiter mattiaqua

Trotzdem werde man sicher Rückgänge der Besucherzahlen verbuchen müssen. „Dies liegt allein schon daran, dass in Abhängigkeit der Größe eines jeweiligen Bades die Anzahl der zeitgleich in einem Bad befindlichen Gäste limitiert ist“, so Baum. „Manch einer wird zudem vielleicht auch aus reiner Vorsicht zunächst auf einen Freibadbesuch verzichten.“ Da die ersten Freibäder erst seit etwas mehr als 10 Tagen geöffnet sind, könne man aber noch keinen aussagekräftigen Vergleich der Zahlen zum Vorjahr ziehen. „Für einen validen Vergleich der Zahlen ist es momentan noch viel zu früh, auch weil die Freibadsaison immer stark vom Wetter abhängig ist.“

Abstands- und Hygieneregeln werden weitestgehend eingehalten

„Wir werden in diesem Kontext nicht müde, immer wieder auch an die nötige Disziplin, Um- und Vorsicht unserer Gäste zu appellieren.“ - Thomas Baum

In den Schwimmbädern selbst sorge man unter Hochdruck dafür, dass alle Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Wer eines der Bäder besuchen will, muss vorab ein E-Ticket über den Webshop kaufen. Dadurch stellt die Leitung sicher, dass nie zu viele Menschen in den Bädern sind und Warteschlangen vermieden werden. An alle Regeln innerhalb der Bäder würden sich die Gäste weitestgehend - aber mit Ausnahmen - halten. Im Bedarfsfall würden in Abstimmung mit der Leitung des betroffenen Bades Verbesserungsmaßnahmen ergriffen, so Baum. „Wir werden in diesem Kontext nicht müde, immer wieder auch an die nötige Disziplin, Um- und Vorsicht unserer Gäste zu appellieren.“ (js)

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