"Ohne Pamela macht es keinen Sinn“ - Das Ende des Café Hahns in Sonnenberg

Vor über einem Jahr schloss das Café Hahn in Sonnenberg seine Türen für immer. Andreas Hahn, der das Café gemeinsam mit seiner Frau Pamela betrieb, erzählt von der schwersten Zeit seines Lebens und wie es jetzt für ihn weitergeht.

"Ohne Pamela macht es keinen Sinn“ - Das Ende des Café Hahns in Sonnenberg

Über 75 Jahre lang war das Café Hahn in der Danziger Straße ein beliebter Treffpunkt für Sonnenberger, die sich auf einen Kaffee und ein leckeres Stück Torte treffen wollten. Ende 2017 schloss das kleine Café in der Nähe des Kurparks seine Türen für immer. Es war keine einfache Entscheidung, erzählt Andreas Hahn, der das Café gemeinsam mit seiner Frau Pamela betrieb — sondern die schwerste seines Lebens.

Denn der Grund für die Schließung war, dass Pamela schwer krank wurde. Schon vor rund acht Jahren stellten Ärzte die schlimme Diagnose: Pamela hatte Brustkrebs. Nach einer Operation ging es erst aufwärts: „Wir dachten, wir haben es geschafft“, erzählt Andreas. Doch dann, vor rund drei Jahren, fanden Ärzte Metastasen in Pamelas Lunge und Leber — der Krebs hatte gestreut. Es folgten etliche Chemotherapien, die jedoch keine Wirkung zeigten. Schließlich wurde den beiden schmerzlich bewusst: Die Krankheit wird Pam, wie Andreas seine Pamela liebevoll nennt, früher oder später besiegen. Das Café zu schließen war damit die einzig richtige Entscheidung: „Wir wollten wenigstens die letzten Monaten noch miteinander verbringen.“

„Mit letzter Kraft konnte sie mit all ihren Freunden noch ihren Geburtstag feiern.“ - Andreas Hahn

Und das taten sie. Obwohl ihnen das Café, das Pamela zuvor von ihren Eltern übernommen hatte, so sehr am Herzen lag, schafften sie sich besonders in den Monaten nach der Schließung wichtige gemeinsame Erinnerungen. So konnte sich Pamela auch ihren letzten Wunsch erfüllen: „Mit letzter Kraft konnte sie am 11. Januar mit all ihren Freunden noch ihren Geburtstag feiern und konnte dann mit einem Lächeln ihre letzte Reise antreten.“

Nur wenige Tage später, am 18. Januar, verlor Pamela mit nur 51 Jahren ihren langen Kampf gegen den Krebs. „Sie schlief friedlich und ohne Schmerzen ein und sagte vorher noch: ‘Schatz, wir sehen uns auf der Regenbogenbrücke, dort warte ich auf dich“, erinnert sich Andreas schweren Herzens an die letzten Momente mit seiner Pam zurück.

Blick in die Zukunft

Für ihn muss das Leben jetzt ohne seine Frau weitergehen, auch wenn es schwer ist. Wie seine Zukunft aussehen wird, weiß er noch nicht. Aber das Café Hahn wird dann nicht mehr zu seinem Leben gehören. Seine Schwiegereltern haben das Haus verkauft. Welche Pläne der neue Besitzer damit hat, weiß Andreas nicht, ein neues Café wird es aber wohl nicht werden. „Ich persönlich werde wohl nichts in dieser Richtung weiter machen, da zu viele Erinnerungen daran haften und ohne Pamela macht es für mich keinen Sinn mehr“, sagt er. In ein paar Jahren, wenn der Schmerz über seinen Verlust mit der Zeit erträglicher wird, wird er sich wahrscheinlich anderweitig orientieren.

„Danke auch im Namen meiner Frau, die immer in unseren Herzen sein wird.“ - Andreas Hahn

Bei allen treuen Gästen, die das Café Hahn über die Jahre genauso geschätzt haben wie er, möchte er sich bedanken: „Danke für all die Jahre, die Sie uns begleitet haben und ich werde alle sehr vermissen.“ Für ihn waren es die schönsten Jahre und Monate, die er erleben durfte, sagt er. „Danke auch im Namen meiner Frau, die immer in unseren Herzen sein wird.“ Für seine Pam will Andreas stark bleiben. Er hofft, damit auch denjenigen Mut machen zu können, die wie er eine geliebte Person verloren haben: „Denkt immer an die schönen Jahre, die ihr zusammen erleben durftet.“ (lp)

Logo