Warum Feiernde vor dem Standesamt nichts ausstreuen dürfen

Frisch Vermählte mit Reis, Blütenblättern oder Konfetti zu überschütten, ist ein beliebter Brauch. In Wiesbaden ist das vor dem Standesamt allerdings verboten.

Warum Feiernde vor dem Standesamt nichts ausstreuen dürfen

Wenn Braut und Bräutigam frisch vermählt das Standesamt verlassen, überraschen Angehörige und Freunde sie gerne mit einem feierlichen Regen - Reiskörnern, Luftschlangen, Blütenblättern oder Konfetti werden geworfen und breiten sich auf dem Boden aus. Dieser Brauch ist auch in Wiesbaden verbreitet. Was hübsch aussieht, sorgt hinterher allerdings für Probleme. Das Standesamt verbietet es deshalb, vor dem Gebäude zu streuen.

Verletzungsrisiko

Das Verbot gelte, weil durch gestreutes Konfetti oder anderes Material der Boden im und vor dem Gebäude sehr rutschig würde. Gäste des Standesamts könnten auf dem Material ausrutschen und sich verletzen, sagt ein Mitarbeiter des Standesamtes. Das sei schon vorgekommen, in einem Fall sei eine Braut gestürzt und hätte sich dabei leicht verletzt. In einem anderen Fall wäre ein Hochzeitsgast fast gestürzt. Schwere Verletzungen seien zwar noch nicht vorgekommen, ein Sturz und schlimmstenfalls eine Verletzung seien aber in jedem Fall sehr unerfreulich für Brautpaar und Gäste.

Hinzu käme, dass der Platz hinterher auch gereinigt werden müsse. Die Reinigungskosten müsste man eigentlich dem Brautpaar in Rechnung stellen. Das wolle man aber eigentlich nicht, um nicht durch so etwas den feierlichen Tag zu verderben.

Gefahr für Vögel

Außerdem bestünde eine Gefahr für die dort lebenden Vögel. Diese würden alles, was dort ausgestreut werde, fressen - auch Folienschnipsel, Reis und Konfetti. Die Tiere würden daran leider verenden. Das wolle man durch das Verbot auch verhindern.

![d9134129-3e8f-4c59-a363-736666366dbf]

Alternativen

„Besonders beliebt sind im Moment kleine Fähnchen, die die Gäste dann schwenken.“ - Nina Senft

Auch Hochzeitsexpertin Nina Senft kennt das Verbot, das in Wiesbaden nicht nur am Standesamt, sondern auch an vielen Kirchen gilt. Die Weddingplanerin kennt aber einige Alternativen, wie die Gäste das frisch vermählte Paar dennoch feierlich vor der Pforte empfangen können. „Besonders beliebt sind im Moment kleine Fähnchen, die die Gäste dann schwenken“, erzählt sie von einem Brauch, der in den USA seinen Ursprung hat. Genauso beliebt seien aber auch Seifenblasen. Da sie langsam durch die Luft schweben, werden sie außerdem zum Blickfang auf den Hochzeitsfotos. „Deshalb vermissen eigentlich nur die wenigsten Brautpaare den Reis oder das Konfetti“, sagt Senft.

Das Standesamt weist auch auf seiner Website auf das Verbot hin.

Logo