Was Ihr über die E-Roller von Lime und Tier in Wiesbaden wissen müsst

Seit knapp zwei Monaten können sich die Wiesbadener E-Tretroller ausleihen. Mittlerweile ist auch ein zweiter Anbieter am Start, weitere könnten folgen. Was die verschiedenen Dienstleister unterscheidet und wo man am günstigsten unterwegs ist.

Was Ihr über die E-Roller von Lime und Tier in Wiesbaden wissen müsst

Praktisches Fortbewegungsmittel, gefährliche Verkehrsteilnehmer, Elektroschrott oder Hoffnung für verstopfte Innenstädte: Die Meinungen über die E-Tretroller, die man seit August in Wiesbaden ausleihen kann, gehen weit auseinander.

Nachdem zunächst der Anbieter „Tier“ am 7. August rund 100 Fahrzeuge in Wiesbaden deponiert hatte, zog die Firma „Lime“ am 16. September nach und positionierte rund 120 ihrer eigenen Roller auf den Straßen. Auch Anbieter „Voi“ möchte auf den Markt, einen Starttermin gibt es aber noch nicht. Für die Benutzer stellt sich die Frage: Wie unterscheiden sich die Fahrzeuge der jeweiligen Anbieter und wie viel muss man für die Benutzung zahlen?

Tier

Der Roller

Die Roller von „Tier“ sind für Personen mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilo geeignet. Sie fahren die in Deutschland maximal erlaubte Geschwindigkeit von 20 km/h und haben eine sehr gute Beschleunigung. Sie kommen auf eine Reichweite von rund 35 Kilometern.

Wie funktioniert’s?

Wer sich einen Roller mieten möchte, muss die „Tier“-App herunterladen und sich dort registrieren. Wer von einem Freund zum Download der App eingeladen wird, bekommt eine Freifahrt geschenkt. Nach der Anmeldung kann ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte hinterlegt werden, von wo die Gebühren für die Fahrten eingezogen werden.

Ist das Organisatorische geschafft, zeigt eine Karte in der App an, wo die Roller stehen und wie deren Akkustand ist. Außerdem sind auf der Karte rote Zonen eingezeichnet, in denen die Roller nicht abgestellt werden dürfen, sowie gelbe Zonen, die verkehrsberuhigte Bereiche markieren.

Am Wunsch-Roller angekommen, scannt der Nutzer mit der App den QR-Code des Rollers, bestätigt die Ausleihe und kann losfahren.

Kosten

Um einen „Tier“-Roller auszuleihen, wird eine Gebühr von einem Euro berechnet. Jede Minute, in der der Roller genutzt wird, schlägt mit 15 Cent zu Buche — egal ob im Stand oder während der Fahrt.

Wo kann man fahren?

Das Geschäftsgebiet von „Tier“ erstreckt sich grob von Süden ab der Kreuzung Theodor-Heuss-Ring und Biebricher Allee bis zum nördlichsten Punkt am Tränkweg. Im Westen hört der Fahrtenbereich hinter der Hochschule RheinMain auf, im Osten etwa auf Höhe der westlichen Kuranlagen.

Lime

Der Roller

Die Fahrzeuge von „Lime“ sind weiß/grün lackiert und ansonsten den „Tier“-Modellen recht ähnlich. Die Beschleunigung ist etwas zaghafter als bei der Konkurrenz, laut digitalem Tacho werden die 20 km/h nicht immer erreicht, man fährt auch mal mit 18 km/h auf flachem Gelände. Darüber hinaus hält sich das Unternehmen zu technischen Daten auf seiner Homepage bedeckt.

Die „Lime“-Roller haben eine etwas höhere Reichweite, schaffen mehr als 40 Kilometer mit einer Ladung. Im Gegensatz zur Konkurrenz wird in der App aber kein prozentualer Ladestand angezeigt, sondern wie viele Kilometer man mit dem Scooter noch absolvieren kann.

Wie funktioniert’s?

Der Anmeldeprozess verläuft ähnlich simpel wie bei „Tier“. Lediglich beim Bezahlen gibt es Unterschiede. So stehen auch „Lime“-Nutzern als Zahlungsmethode Paypal und Kreditkarte zur Verfügung. Für die Fahrten kann aber hier auch im Voraus bezahlt werden. Dazu muss das digitale „Wallet“ mit Geld aufgeladen werden. Dieses kann dann für zukünftige Fahrten verwendet werden. Auch „Lime“ bietet Freifahrten durch ein Empfehlungsprogramm an. Das Ausleihen funktioniert ebenfalls durch Scannen eines QR-Codes am Roller.

Außerdem praktisch: Über die App kann man dem Unternehmen falsch geparkte oder beschädigte Roller direkt mit wenigen Klicks melden. „Lime“-Mitarbeiter kümmern sich dann um die Behebung des Problems. Im Gegensatz zu „Tier“ kann man bei „Lime“ auch Gruppenfahrten unternehmen, also mehrere Roller über nur ein Konto ausleihen.

Kosten

Für die Aktivierung der Leihe verlangt auch „Lime“ einen Euro. Der Minutenpreis ist jedoch 5 Cent teurer als bei der Konkurrenz. Hier werden 20 Cent pro Minute fällig — egal ob der Scooter gerade rollt oder steht.

Wo kann man fahren?

Mit einem „Lime“-Roller kommt man etwas weiter in Richtung Rhein, kann bis zur Kreuzung Drususstraße/Arminiusweg rollern. Im Norden ist an der Lanzstraße Schluss. Im Westen endet das Geschäftsgebiet im Kohlheck, die Coloradostraße beschränkt das Fahrtgebiet im Osten.

Egal für welchen Anbieter Ihr Euch entscheidet: Das Ausleihen ist erst ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt. Außerdem sollte man darauf achten, niemanden zu behindern. Weder während der Fahrt, noch durch einen sorglos abgestellten Roller. Außerdem ist das Fahren auf Gehwegen nicht erlaubt. Auch die Stadt Wiesbaden hat sich mittlerweile an die Nutzer der E-Scooter gewandt [und einige Hinweise gegeben](https://merkurist.de/wiesbaden/mobilitaet-e-roller-sicherheit-stadt-appelliert-an-die-wiesbadener_lR2). (nl/rk)

Logo