Bewohnerparkausweise könnten bald teurer werden

In Wiesbaden zahlt man für einen Bewohnerparkausweis vergleichweise wenig. Aber es geht noch günstiger, wie ein Vergleich zeigt. Verkehrsverbänden und dem Verkehrsminister schmeckt das gar nicht. Eine Anhebung der Gebühren steht im Raum.

Bewohnerparkausweise könnten bald teurer werden

Wer in Wiesbaden einen Bewohnerparkausweis beantragt, hat Glück: In der Landeshauptstadt beträgt die Gebühr für den Ausweis 23,50 Euro. Das Dokument ist zwei Jahre lang gültig. Das heißt: Pro Jahr werden lediglich 11,75 Euro fällig. Zum Vergleich: Im benachbarten Mainz kostet der Ausweis im Jahr 30 Euro. Für das zwei Jahre lang gültige Dokument muss man also 60 Euro und fast dreimal so viel zahlen.

Im bundesdeutschen Vergleich geht die Hauptstadt als Preissieger hervor: 20,50 Euro für eine Gültigkeit von zwei Jahren kostet ein Bewohnerparkausweis in Berlin. Insgesamt darf der Ausweis in Deutschland höchstens 30,70 Euro pro Jahr kosten, als Untergrenze sind 10,70 Euro festgesetzt. Doch diese Grenzen könnte bald fallen. Zumindest wenn es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht. Zum Abschluss der Jahreskonferenz des Nationalen Kompetenzzentrums Mobilität soll das Thema auf die Tagesordnung rücken.

Kommunen sollen Gebühren selber regeln

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, möchte Scheuer den Kommunen die Hoheit über die Gebühren für die Parkausweise geben. Hintergrund ist die steigende Anzahl an Pkw in den deutschen Städten und die damit verbundene Verkehrs- und Umweltbelastung. Immer wieder werde bemängelt, dass das Parken im öffentlichen Raum zu günstig sei.

Auf Anfrage des „Tagesspiegels“ zeigten sich aber auch Städte wie Köln und München, wo der Ausweis 30 Euro pro Jahr kostet, offen für eine neue Regelung. Die Gebühr sei „definitiv zu gering“, heißt es aus Köln. Um die Verkehrswende und den Umstieg auf den ÖPNV und das Rad zu stemmen, müssten die Gebühren erhöht werden.

Wird das Bewohnerparken in Wiesbaden teurer?

Die Stadt Wiesbaden hat sich bis zum Erscheinen dieses Artikels noch nicht dazu geäußert, ob man auch hier die Gebühren für einen Bewohnerparkausweis anheben möchte. In der Hessischen Landeshauptstadt können Bewohner mit Parkausweis in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 20 Uhr auf den entsprechen gekennzeichneten Flächen parken.

Dieses Zeitfenster nach 20 Uhr wurde gewählt, da fast ausschließlich Bewohner um die vorhandenen Parkplätze konkurrieren und ein Bewohnerparkkonzept keine Vorteile mehr bringt . Der Beginn des Bewohnerparkens ist auf 9 Uhr festgelegt. Somit haben Übernachtungsbesucher bis 9 Uhr die Chance, ihr Fahrzeug auf einem anderen Parkplatz abzustellen. Der Samstag und Sonntag wurden aus dem Bewohnerparkkonzept ausgenommen, da an diesen Tagen der Parkdruck von außerhalb relativ gering ist und viele Bewohner Besuch bekommen.

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