Könnte die Rheingaustraße bald zur Fußgängerzone werden?

Erst vor Kurzem wurde die Fußgängerzone am Schiersteiner Hafen eröffnet, jetzt flammt die Forderung nach einer weiteren wieder auf. Die Grünen-Fraktion im Biebricher Ortsbeirat will, dass ein Teil der Rheingaustraße autofrei wird.

Könnte die Rheingaustraße bald zur Fußgängerzone werden?

Ein Sommertag am Biebricher Rheinufer. Vögel zwitschern, man hört ein paar Enten im Rhein plätschern — und dann ist da noch der Autolärm. Vor allem im Frühling und Sommer müssen sich Spaziergänger das Rheinufer mit parkplatzsuchenden Autofahrern und Rasern teilen. Um zumindest Rasern und Autoposern auf der Strecke einen Strich durch die Rechnung zu machen, hat das Straßenverkehrsamt Ende 2018 ein Tempo-30-Limit im Abschnitt zwischen Albert-Schweitzer-Allee und dem Kreisel an der Glarusstraße eingeführt. Doch das scheint der Grünen-Fraktion im Ortsbeirat Biebrich noch nicht zu genügen.

Antrag im Ortsbeirat

In einem Antrag bittet sie den Magistrat zu überprüfen, ob die Rheingaustraße zwischen den Straßen „Am Parkfeld“ und „Wilhelm-Kopp-Straße“ zur Fußgängerzone werden könnte. Neu ist die Idee nicht. Bereits 2014 hatte der Ortsbeirat die Stadt darum gebeten, die Straße zumindest an Wochenenden und Feiertagen für den Verkehr zu sperren. Durch weniger Abgase und Lärm sollte die Rheinpromenade so attraktiver werden. Bei der Eröffnung der Tempo-30-Zone im letzten Jahr, sprach Ortsvorsteher Kuno Hahn (SPD) dann erneut den Wunsch nach einer Fußgängerzone an.

„Es ist ein Genuss, sich als Fußgänger in diesen Stadtbereichen zu bewegen.“ - Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

Auch Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) schwärmt immer wieder von den Fußgängerzonen der Stadt. „Wiesbaden hat so grandiose Stadträume und Straßenzüge, die sehr attraktiv sind. Es ist ein Genuss, sich als Fußgänger in diesen Stadtbereichen zu bewegen“, sagte er vor Kurzem in einem Merkurist-Interview. Weil sie die Stadt attraktiver machen und für bessere Luft und weniger Lärm sorgen, will die Stadt künftig weitere Straßen zu Fußgängerzonen machen. Bei einem Pressetermin zur Verkehrssituation in Wiesbaden sprach der Verkehrsdezernent auch konkret über den Autoverkehr in Biebrich. Weil Glarus- und Kasteler Straße gut ausgebaut seien, müsse eigentlich niemand mit dem Auto durch den Ortskern fahren und die Straßen rund um das Schloss verstopfen.

Vorbild Wellritzstraße und Schiersteiner Hafen

Wenn es nach der Grünen-Fraktion im Ortsbeirats geht, sollte der Abschnitt der Rheingaustraße zunächst für eine bestimmte Zeit zur Fußgängerzone werden — und zwar nach dem Vorbild Wellritz- und Schiersteiner Hafenstraße. Während ein Teil der Wellritzstraße im Westend bereits seit über einem Jahr autofrei ist, wurde die Fußgängerzone in Schierstein erst Ende Februar eröffnet. Bald sollen weitere Straßen wie die Mühlgasse und die Gerichtsstraße folgen.

Auch im Fall Rheingaustraße soll der Magistrat nach dem Antrag de Grünen einen Vorschlag für einen Verkehrsversuch erarbeiten, der schon im Sommer starten könnte. Ähnlich wie in Schierstein, soll die Stadt auch dort mit Geschäftsleuten und Anwohnern darüber sprechen und ihnen einen Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Über den Antrag der Grünen diskutiert der Ortsbeirat Biebrich in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am 10. März um 18:30 Uhr in der Evangelischen Lukasgemeinde Gräselberg. (nl)

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