Blitzer in Wiesbaden: Stadt hat bereits stattliche Summe an Bußgeld eingenommen

Wer sich in Wiesbaden nicht an die Verkehrsregeln hält, muss damit rechnen, dass er von einem festinstallierten Blitzer erfasst wird. Dass dies im letzten Jahr einigen Autofahrern passiert ist, zeigen die aktuellen Bußgeld-Einnahmen der Stadt.

Blitzer in Wiesbaden: Stadt hat bereits stattliche Summe an Bußgeld eingenommen

Mal eben kurz nicht auf den Tacho geguckt oder knapp bei rot über die Ampel gehuscht – und schon blitzt es. Dabei sollen die vielen Blitzer-Anlagen die Verkehrssicherheit gewährleisten und nicht den vielfach unterstellten Vorwurf der „Abzocke“ erfüllen, wie die Behörden erklären. Wer also letztlich das Tempolimit überschreitet oder einen „Rotlicht-Verstoß“ begeht, für den kann es auch in Wiesbaden richtig teuer werden. Die Stadt hat jedenfalls in den letzten zwölf Monaten eine beachtliche Summe an Verwarn- und Bußgeldern eingenommen.

Aufstockung der Zahl der Anlagen

Insgesamt 23 stationäre „Überwachungsanlagen“ betreibt das Straßenverkehrsamt laut Auskunft der Verwaltung im Stadtgebiet. Davon sind derzeit 19 Anlagen in Betrieb. Wieder hinzukommen wird nach zwei Jahren Pause der Ampel-Blitzer an der Kreuzung Boelckestraße/Otto-Suhr-Ring, der bald in Betrieb gehen soll (wir berichteten). Bei der Verkehrsüberwachung setzt die Stadt auch auf sogenannte Red- and Speed-Ampelanlagen.

Diese Geräte können nicht nur Rotlichtverstöße von Fahrzeugen festhalten, sondern zugleich auch bei überhöhter Geschwindigkeit auslösen. Somit müssen Autofahrer damit rechnen, dass sie unter Umständen bei ein und der selben Aktion sogar doppelt zur Kasse gebeten werden. Aktuell gebe es sechs solcher „Kombianlagen“ in Wiesbaden, teilt die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit. Und auch diese Geräte tragen entscheidend dazu bei, Regelverstöße der Verkehrsteilnehmer zu ahnden.

So gab es laut Angaben der Stadt im letzten Jahr an die 81.000 Verfahren aufgrund von Geschwindigkeitsverstößen. Eher gering fällt dagegen die Anzahl der Verfahren aus, die Rotlichtverstöße berücksichtigen. Hier waren es 2021 insgesamt knapp mehr als 2100 Verfahren. Wie hoch nun das Bußgeld war, das die Stadt im vergangenen Jahr durch feste Blitzer generiert hat, kann die Verwaltung nicht eindeutig sagen. „Da in der Einnahmenstatistik nicht nach mobil und stationär ausgelösten Verfahren unterschieden wird, ist nur eine Schätzung möglich.“ Jedenfalls ergebe sich dabei eine Summe in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

Dennoch bleibt der Verwaltung dieser Betrag nicht in Gänze erhalten. Denn die Anschaffungskosten einer modernen Blitzsäule, würden sich auf durchschnittlich 80.000 Euro belaufen. Dazu kämen noch die Instandhaltungskosten der Anlagen, wie die Stadt angibt. Wie hoch letztere Kosten tatsächlich sind, könne die Verwaltung gerade jedoch nicht ermitteln. Für das kommende Jahr plant die Stadt, die Anzahl der Blitzer-Anlagen - wenn auch moderat - auszubauen. „Es wird noch eine neue Kombianlage im Jahr 2022 errichtet“, erklärt die Verwaltung. Über den Standort sei dabei aber noch nicht endgültig entschieden.

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